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INHALT
VORWORT 27
1945 - 1948:
WEGE ZUR GRÜNDUNG 29
- Kriegsgeschädigte Kinder und Jugendliche 29
- Entstehung von Kindergemeinschaften 29
- Kindergemeinschaften und sozio-kulturelle
Nachkriegshilfe 30
- Die FICE entsteht 31
- Treibende Kräfte: Elisabeth Rotten und
Bernard Drzewieski 32
1949 - 1978: AUFBAU, ENTWICKLUNG UND WANDEL 33
- Ziele, Arbeitsformen, Nationalsektionen 33
- UNESCO und FICE 34
Internationale Jugendlager und Erziehertagungen 35
Erste Schwierigkeiten 36
Ideelle Impulse: Reformpädagogik und
"New Education Fellowship" (NEF) 37
- Erweiterte Zielsetzung und neue Nationalsektionen 38
- Internationale Tagungen und Kongresse 40
- Heimkritik erfordert Standortbestimmung 41
- Die FICE und die Behinderten 41
- Leber Statutenrevisionen zur Frage der Namengebung 42
1979 - 1988: DIE FICE UNTERWEGS 43
- Die FICE: Eine Institution, von Personen getragen 43
- Die FICE unterwegs 44
- Kleine Namensänderung bezeugt Wandel des Selbstverständnisses
46
- Und die Zukunft? 47
ANHANG
1 Ausgewählte Quellen und Materialien zur FICE
Geschichte 73
2 Publikationen der FICE-International und des
FICE-Verlages 74
3 40 Jahre FICE-International 78 Generalversammlungen, erweiterte
Verbandsratssitzungen, Studientage und Kongresse: Daten, Orte,
Themen
4 Gründungskonferenz in Trogen, 5. - 11. Juli 1948:
Teilnehmerliste 83
27
VORWORT
Jubiläen werden in der Regel nach 25, nach 50, 75 oder
nach 100 Jahren gefeiert. Was veranlasst die FICE-International
schon ihr 40jähriges Bestehen mit einer kurzen Erinnerungsschrift
zu unterstreichen? Ist es vielleicht die Befürchtung, die
FICE könnte ihr fünfzigstes Jahr nicht mehr erreichen?
"Wohl kaum!" werden alle rufen, welche das pulsierende
Leben in der FICEInternational und in ihren Nationalsektionen
kennen.
Geburtstagsfeiern sind nicht zu begründen, nur zu erleben:
Als Kind der UNESCO beweist dies die FICE tatkräftig! 1948
hatte die UNESCO die FICE-Gründung angeregt; sie fand statt
am 10. Juli 1948 im Kinderdorf Pestalozzi in Trogen (Schweiz).
Anwesend waren Vertreter aus elf Ländern. 1988 feiert die
FICE ihr 40jähriges Bestehen mit einem Jubiläums-Kongress
in St. Gallen und am Gründungsort Trogen. War sie 1948
eine Vereinigung einiger Leiter von Kindergemeinschaften und
von Einzelpersönlichkeiten, so ist sie heute ein internationaler
Dachverband für alle Fragen der ausserfamiliären Erziehung.
Sie ist eine ONG der UNESCO, der UNICEF und ECOSOC. Sie ist
politisch und konfessionell neutral, mit Nationalsektionen in
19 Ländern.
Skizzenhaft will diese kurze Jubiläums-Broschüre durch
die FICE-Geschichte führen. Nannte die FICE sich über
Jahre hinweg "Federation Internationale des Communautäs
d'Enfants", so lautet ihr Name heute "Federation Internationale
des Communautäs Educatives" - die Abkürzung FICE
ist geblieben, der kleine Unterschied in der Namengebung symbolisiert
Geschichte. In einzelnen Unterlagen auch der UNESCO findet sich
die FICE in der englischsprachigen Bezeichnung unter IF CC aufgeführt:
International Federation of Children's Communities. Die FICE-IFCC
ist die erste UNESCO-Gründung im Erziehungssektor.
Einheit in der Vielfalt spiegelt sich auch im Leben und in der
Organisationsstruktur der FICE-Nationalsektionen: Einheit im
Ziel der ausserfamiliären Erziehung, Vielfalt in der Namengebung
und in den unterschiedlichen Schwerpunkten. Diese Vielfalt bot
auch Anlass zu Fragen beim Darstellen der FICE-Geschichte. Eine
Geschichte, geschrieben aus dem Blickwinkel des Dachverbandes
oder aus der Sicht der Nationalsektionen?
28
Skizziert
von der UNESCO her oder verglichen mit der Entwicklungsgeschichte
ähnlicher internationaler Organisationen? Der Sinn dieser
Erinnerungsschrift besteht nicht darin, im Rückblick befangen
zu bleiben, sondern aus der Einsicht in den unvermeidlichen
Wandel die Kraft und die Zuversicht für
zukünftiges Wirken zu schöpfen.
Frau lic.phil. Irene Knöpfel Nobs bearbeitete als Lizentiatsaufgabe
am Pädagogischen Institut der Universität Zürich
die Entstehungs- und Frühgeschichte der FICE. Sie entwarf
in verdankenswerter Weise ein erstes Rohmanuskript für
den vorliegenden Text. Aufgrund von Stellungnahmen und insbesondere
dank wertvollen Ergänzungen und Abänderungen durch
verschiedene langjährige FICE-Freunde konnte der Text überarbeitet
werden. An Vollständigkeit der Darstellung konnte nur schon
wegen des bewusst knapp zu haltenden Umfanges nicht gedacht
werden. Dank dem Einsatz Vieler konnten Redaktion, Uebersetzungen
und Edition rechtzeitig auf das Jubiläum hin bewältigt
werden. Dafür gebührt allen Beteiligten unser Dank!
Zürich, 10. Juli 1988 FICE-International
Prof. Dr. H. Tuggener Dr. F. Züsli-Niscosi
Präsident Generalsekretär
29
1945 - 1948: WEGE ZUR GR LADUNG Kriegsgeschädigte Kinder
und Jugendliche
Das Fehlen umfassender völkerrechtlicher Normen zum Schutze
der Zivilbevölkerung wirkte sich im Zweiten Weltkrieg besonders
schwerwiegend auf die Jugend in den kriegführenden Ländern
aus: Sie war in besonderem Masse die Leidtragende des Kriegsgeschehens:
Dies zeigte sich in mannigfacher Hinsicht. Fünfundzwanzig
Millionen Menschen aus der Zivilbevölkerung starben im
Zweiten Weltkrieg. Deportationen, Zwangsarbeit, Massenfluchten,
Tod und Unterernährung waren Wirklichkeit in jener Zeit,
unterschiedlich je nach Land und Bevölkerungsgruppe. Das
tragende soziale Netz war am Kriegsende teilweise zerstört.
Verwaiste, erziehungsschwierige, verwahrloste und delinquente
junge Menschen waren die Folge.
Entstehung von Kindergemeinschaften
Nach 1945 versuchten viele Menschen und Institutionen, der kriegsgeschädigten
Jugend Erleichterung zu verschaffen. Dabei ergab sich parallel
zu materiellen Hilfeleistungen eine neue Art von Hilfstätigkeit:
Die Gründung von sozialpädagogischen Einrichtungen
für vom Krieg geschädigte junge Menschen. Spontan
entstanden - unabhängig voneinander und manchmal ohne finanzielle
Ressourcen - in Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien,
Polen, in der Schweiz und in Ungarn solche Gemeinschaften mit
unterschiedlichen Bezeichnungen: Kinderdorf, Kinderstadt, Kinderrepublik,
Kinderhaus und Jugendsiedlung.
Die Initiative zu diesen Gründungen ging von einzelnen
Pädagogen in Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen aus.
Obwohl sich die pädagogischen Konzepte dieser Institutionen
in ihrer Ausgestaltung voneinander unterschieden, war ein zentraler
Gedanke allen gemeinsam: Die Erziehung von kriegsgeschädigten
Kindern verlangt die Anwendung neuer pädagogischer Ideen!
Hauptmerkmal dieser Kindergemeinschaften war die Idee der Gruppenund
Gemeinschaftserziehung - als Träger der Friedenshoffnung
sollte die Jugend zu internationaler Verständigung erzogen
werden.
30
Ein beispielhaftes
Experiment innerhalb dieser Gründungen war die Idee des
"Kleinen Europa" im Kinderdorf Pestalozzi in Trogen
(Schweiz). Noch vor der eigentlichen Verwirklichung der Idee
erlangte dieses Kinderdorf in der pädagogischen Fachwelt
- trotz allgemein erschwertem Informationsfluss - internationale
Bedeutung.
Kindergemeinschaften und sozio-kulturelle Nachkriegshilfe
Der Not nach dem Zweiten Weltkrieg begegneten unzählige
private und staatliche Hilfswerke durch rege Tätigkeit.
Sie waren Werke der spontanen Nothilfe. Die materielle Hilfe
war dabei notwendige Voraussetzung für den sozio-kulturellen
Wiederaufbau von Europa. Durch die materielle Nachkriegshilfe
erlangten die Kindergemeinschaften als neuartige sozialpädagogische
Einrichtungen einen hohen Bekanntheitsgrad. Dies war die Voraussetzung
dafür, dass sie allmählich auch als Mittel sozio-kultureller
Nachkriegshilfe angesehen werden konnten.
In diesem Sinne beurteilte schon die alliierte Erziehungsminister-Konferenz
(CAME), die von 1942-1945 regelmässig in London tagte,
die Kindergemeinschaften als wertvolle Hilfe bei der Resozialisation
kriegsgeschädigter Kinder und Jugendlicher. Auch in der
UNESCO - der CAME-Nachfolgeorganisation - fanden die Probleme
von kriegsgeschädigten Kindern und die Gründung von
Kindergemeinschaften Beachtung: Sie wurden Themata der offiziellen
UNESCO-Politik.
Die UNESCO fasste an ihrer ersten Generalkonferenz den Beschluss,
"eine Studie über die Auswirkungen des Krieges auf
die Jugend" zu erstellen. Die zweite UNESCO-Generalkonferenz
forderte in einer Resolution, in Zusammenarbeit mit internationalen
und nationalen Gremien einen Untersuchungsund Handlungsplan
zu erzieherischen Problemen kriegsgeschädigter Kinder zu
entwerfen und eine Feldstudie über die bedeutsamsten Experimente
in diesem Bereich zu veranlassen. Diese Resolution diente dem
damaligen Leiter der UNESCO-Abteilung für pädagogischen
Wiederaufbau, Bernard Drzewieski (Polen), als Grundlage, sich
der Kindergemeinschaften besonders anzunehmen.
31
Ein weiteres
internationales Gremium, das sich mit Kindergemeinschaften auseinandersetzte,
waren die 1945 von schweizerischen Persönlichkeiten gegründeten
Internationalen Studienwochen für das kriegsgeschädigte
Kind (SEPEG).
Die FICE entsteht
Das internationale Interesse an Kindergemeinschaften veranlasste
die UNESCO zu weiteren Schritten. Zwecks Gründung einer
internationalen Vereinigung von Kindergemeinschaften lud sie
Leiter von Kinderdörfern und weitere Persönlichkeiten
zu einer Konferenz ins Kinderdorf Pestalozzi nach Trogen (Schweiz)
ein.
Als Bernard Drzewieski im Winter 1948 ein kleines Komitee zusammenrief,
um über den Plan dieser internationalen Konferenz zu orientieren,
waren deren Ziele noch weitgehend unklar. Erst im Verlaufe der
Konferenzvorbereitungen ergaben sich folgende Themen: Die Erziehung
von kriegsgeschädigten Kindern in Kindergemeinschaften
und die Gründung eines KoordinationsKomitees von Kinderdorf-Leitern.
Vom 5. - 11. Juli 1948 fand dann dieses Treffen von Kinderdorf-Leitern,
von Experten aus Pädagogik, Psychologie, Sozialarbeit sowie
von zahlreichen Beobachtern und UNESCO-Mitarbeitern aus elf
UNESCO-Mitgliedstaaten im Pestalozzidorf in Trogen statt. Die
UNESCO bot mit dieser Konferenz den Kindergemeinschaften ein
Forum, u m aus ihrer Isolation herauszutreten und ein Gefühl
von Solidarität zu erleben, hatten diese Kindergemeinschaften
doch oftmals einen Kampf ums Ueberleben und um ihr pädagogisches
Ansehen zu führen.
Ein Ergebnis dieser Begegnung in Trogen bestand in einer Resolution,
welche die Grundlinien von Kindergemeinschaften festhielt. Höhepunkt
der Konferenz aber war die Gründung der "Fr däration
Internationale des Communautäs d'Enfants (FICE)" a
m 10. Juli 1948 im Kinderdorf Pestalozzi in Trogen und in Heiden
(Schweiz). Als Hauptziele der neuen Vereinigung galten der fachliche
Erfahrungsaustausch und die Verbreitung neuer sozialpädagogischer
Ideen zur ausserfamiliären Erziehung. Zugleich verstanden
die Konferenzteilnehmer die FICE aber auch als Institution des
Kulturaustausches und der Völkerverständigung.
32
Treibende Kräfte: Elisabeth Rotten und Bernard Drzewieski
Als die
Reformpädagogin Elisabeth Rotten (1882-1964), Schweiz,
vom beabsichtigten Bau des Kinderdorfes Pestalozzi in Trogen
erfuhr, bot sie spontan ihre Hilfe an. In der Resozialisation
kriegsgeschädigter Kinder sah auch sie die Möglichkeit
der Erziehung zur internationalen Verständigung. Elisabeth
Rotten, deren Leben durch internationale Zusammenarbeit in humanitären,
friedens- und sozialpädagogischen Fragen geprägt war,
gehörte seit der Jahrhundertwende zu den Vertretern einer
internationalen Erziehungsbewegung, die sich mit Reformen im
schulischen und ausserschulischen Bereich befasste: Zum "Weltbund
für Erneuerung der Erziehung". Mit ihren grossen Kenntnissen
und internationalen Beziehungen auf dem Gebiet der Pädagogik
erwies sie sich als unersetzliche Kraft für den strukturellen
Aufbau und die Stärkung der jungen FICE.
Besonders aber auch Bernard Drzewieski (1888-1953), Polen, verhalf
mit seinen Möglichkeiten der FICE zu internationalem Ansehen.
Er arbeitete während des Zweiten Weltkrieges fünf
Jahre für die polnische Exilregierung in London als Leiter
der Erziehungsabteilung. Nach der Gründung der UNESCO wurde
er zum Leiter der Abteilung für pädagogischen Wiederaufbau
berufen. Für Bernard Drzewieski, der sich im Verlaufe seiner
beruflichen Karriere zum internationalen Funktionär für
pädagogische Fragen entwickelte, stand die Hilfe für
kriegsgeschädigte junge Menschen im Mittelpunkt seines
Interesses: Auf Vortragsreisen und M.ittelbeschaffungs-Kampagnen
informierte er über die Notwendigkeit von Kindergemeinschaften
und über deren Probleme. Die Förderung der FIC E,der
er beratend und unterstützend zur Seite stand, war ihm
ein besonderes Anliegen.
33
1949 -
1978: AUFBAU, ENTWICKLUNG UND WANDEL Ziele, Arbeitsformen, Nationalsektionen
Nachdem 1948 in Trogen die Gründung der FICE beschlossen
worden war, entwarf ein "Direktionskomitee" für
die neue Organisation die Rechtsgrundlagen. Als erstes erarbeitete
dieses Komitee eine Definition des Begriffes Kindergemeinschaften:
"Kindergemeinschaften sind Erziehungsstätten bleibenden
Charakters, die sich auf der aktiven Teilnahme der Kinder und
Jugendlichen im Gemeinschaftsleben und im Rahmen der modernen
Erziehung und Unterrichtsmethode aufbauen. Sie sind gekennzeichnet
durch eine sich in verschiedenen Formen ausdrückende Verbindung
von Familie und Kollektivleben." Diese Definition diente
als Entscheidungskriterium zur Aufnahme von weiteren Kindergemeinschaften
in die damalige FICE.
Hauptziel der FICE war es, die Idee der Kindergemeinschaften
zu fördern und zu realisieren. Dies sollte erreicht werden
durch die Vereinigung der Kindergemeinschaften, durch die Zusammenarbeit
und den internationalen Kontakt zwischen Erziehern, durch die
Förderung der internationalen Kontakte unter den Kindern
sowie durch die Herausgabe von wissenschaftlichen Publikationen.
Um der jungen und weitgehend unbekannten Organisation grössere
Breitenwirkung und einen erweiterten Aktionsradius zu ermöglichen
, ernannte das Direktionskomitee nationale Korrespondenten.
Bald zeigte es sich, dass diese Aufgabe nicht allein von einzelnen
Korrespondenten getragen werden konnte.
Zahlreiche Gründungsausschüsse oder nationale FICE-Vereinigungen
entstanden deshalb in den Jahren 1949-1957 in verschiedenen
europäischen Ländern: Frankreich (1949), Belgien (1949),
Italien (1949), Luxemburg (1950), Schweiz (1951), Bundesrepublik
Deutschland (1956), Grossbritannien (1956), Deutsche Demokratische
Republik (1957). Als erstes aussereuropäisches Land trat
1955 die FICE-Israel dem Dachverband bei. Diese Nationalsektionen
arbeiteten in ihren Ländern zum Teil unter anderen Namen
als jenem der FICE-International wie zum Beispiel: Association
Nationale des Communautäs Educatives (ANCE), Internationale
Gesellschaft für Heimerziehung (IGfH), Internationale Vereinigung
von Kindergemeinschaften, Nationale Vereinigung der Kinderfreunde
oder auch NSrodni Sdruieni Detsk9ch Dom ovü.
34
UNESCO
und FICE
Welch wichtige
Rolle die UNESCO bei der Entstehung der FICE spielte, ist bekannt.
Ohne die tatkräftige Unterstützung der UNESCO hätte
die neugegründete Organisation nicht überlebt. Die
an der Gründungskonferenz in Trogen/Heiden 1948 verabschiedete
Resolution, welche eine enge Zusammenarbeit zwischen der UNESCO
und der FICE voraussetzte, umfasste folgende Punkte: Die Organisation
von Konferenzen, Publikationen von Konferenzberichten und Monographien
vor allem über Probleme, Erfahrungen und Aktivitäten
in den Kindergemeinschaften.
In regelmässigen Abständen reiste das Direktionskomitee
der FICE nach Paris, um am Sitz der UNESCO Arbeitstagungen abzuhalten.
Da die FICE eine gewisse Publizität dringend benötigte
und die Kindergemeinschaften als demokratisch verfasste Lebensgemeinschaften
eine Art Modellcharakter beanspruchten, stellte die UNESCO ihre
Publikationsorgane zur Verfügung. Höhepunkt der publizistischen
Tätigkeit war eine grosse Radiosendung über Kindergemeinschaften
in Europa.
Zur Festigung der FICE genügte dies noch nicht. Infolge
der Auflösung der UNESCO-Abteilung für pägagogischen
Wiederaufbau drohte der FICE der Verlust der moralischen und
finanziellen Unterstützung durch die UNESCO. Deshalb bemühte
sich der umsichtige Bernard Drzewieski, der FICE beim Exekutivrat
der UNESCO den Konsultativstatus zu erwirken. Dieser hätte
die FICE mit der UNESCO vertragsfähig gemacht und ihr Grundlagen
für UNESCO-Beiträge verschafft. Ein erster Antrag
der FICE scheiterte 1949 wegen der Gegenstimmender UNESCO-Kommissionen
der Vereinigten Staaten von Amerika und von Grossbritannien.
Dies mit der Begründung, die FICE stehe auf unsicheren
Beinen, interessiere sich nur für einen sekundären
Aspekt der Erziehung und umfasse bloss wenige Nationalsektionen.
Weitere Gespräche führten aber später zum Ziel:
Die FICE wurde 1954 von der UNESCO als nicht-staatliche Organisation
(ONG) mit Konsultativstatus anerkannt. Dies war für die
FICE eine erfreuliche Würdigung ihrer Tätigkeit. Leider
erlebte Bernard Drzewieski dies nicht mehr. Er war bereits
1953 gestorben.
35
Die Beziehungen
zur UNESCO vertieften sich auch, nachdem das "Kanadische
Komitee für den Wiederaufbau durch die UNESCO" 1949
Spendengelder zum Bau eines internationalen Zentrums im Pestalozzidorf
Trogen zur Verfügung gestellt hatte. Dieses Zentrum war
vorgesehen für Kongresse in den Bereichen Psychologie,
Medizin, Pädagogik, für Erzieher-Fortbildungskurse
und für ein permanentes FICE-Sekretariat. Nach den Plänen
von Architekt Hans Fischli, dem Erbauer des Kinderdorfes, entstand
dieses Internationale Zentrum unter dem Namen "Canada-Hall"
in Trogen. Ein Vertrag zwischen dem Kinderdorf, der FICE und
der UNESCO aus dem Jahr 1950 sieht die freie Benützung
der Canada-Hall während zwölf Wochen im Jahr für
die beiden Erziehungs-Organisationen vor.
Weitere Hinweise zur Zusammenarbeit zwischen der UNESCO und
der FICE finden sich auch im Kapitel "Die FICE unterwegs".
Internationale Jugendlager und Erziehertagungen
Die meisten in Kindergemeinschaften lebenden Kinder hatten keine
ungestörten Familienverhältnisse erfahren. Sie hatten
die Gewalt des Krieges direkt oder indirekt erlitten. Darum
wurde im Erziehungsprozess umso mehr Gewicht auf die Integration
in die nahe Umwelt, in Gesellschaft und Nation, ja sogar in
die globale Völkergemeinschaft gelegt. Zur Verwirklichung
dieses Zieles organisierte FICE internationale Jugendlager und
Erziehertagungen.
Der Anstoss zur Durchführung des ersten Jugendlagers kam
1949 nicht aus den Reihen der FICE selbst, sondern von Jugendlichen
aus einer französischen Kinderrepublik. Sie wandten sich
an die FICE in der Absicht, ihre Erfahrungen in einer selbstverwalteten
sozialpädagogischen Institution anderen Jugendlichen aus
ähnlichen Einrichtungen mitzuteilen. Fünfzig Jugendliche
verschiedener Herkunft erlebten während zweier Wochen eine
Völkergemeinschaft im kleinen. In den folgenden Jahren
machten Jugendliche aus neun Ländern ähnliche Erfahrungen
in Jugendlagern in Luxemburg und in Deutsch
land.
Die Tradition der internationalen Erziehertagungen hatte die
UNESCO 1948 eröffnet, indem sie die erste Konferenz von
Kinderdorf-Leitern nach Trogen einberufen hatte. Die FICE nahm
die Durchführung von Erziehertagungen in
36
ihre Zielbestimmungen
auf. In den ersten Jahren nach der FICE-Gründung fanden
jährlich Tagungen für Erzieher in der Schweiz, in
Italien, Frankreich und der Bundesrepublik Deutschland statt.
Erste Schwierigkeiten
Als die
FICE 1948 als Organisation mit internationaler Zielsetzung geschaffen
wurde, bestand die erstrebte Internationalität darin, dass
eine Gruppe von Kinderdorf-Leitern und Erziehungswissenschaftern
aus der westlichen Welt Mitglied der FICE war. Alle verfügten
über Erfahrung in der Jugendhilfe der Nachkriegszeit; nur
wenige hingegen hatten Uebung in der internationalen Zusammenarbeit.
Es war eine Organisation entstanden, die über nationale
Grenzen hinaus handeln wollte, aber über keine nationalen
Grundpfeiler verfügte, mit Ausnahme von Kindergemeinschaften,
die in erster Linie ums Ueberleben kämpften.
Die einzige Stärke der FICE lag damals in der vorwiegend
moralischen Unterstützung seitens der UNESCO und im Willen
zur internationalen Zusammenarbeit. Bei der UNESCO stiess die
neugegründete FICE bald auf die Kritik, ein künstliches
Gebilde ohne Wirksamkeit zu sein. Von Paris aus erhielt die
FICE den Auftrag, nationale Vereinigungen zu gründen, damit
sie zu einer weltweiten Organisation anwachse und dadurch vermehrt
offizielles Ansehen geniesse. Es darf bei der schwierigen Aufbauarbeit
nicht vergessen werden, dass die Mitglieder des engeren FICE-Kreises
als Leiter von Kindergemeinschaften durch berufliche Verpflichtungen
und Probleme in höchstem Masse beansprucht waren und sich
nur am Rande der ehrenamtlichen FICETätigkeit widmen konnten.
Obwohl bei der Trogener-Konferenz 1948 in einem ersten Konsens
der Begriff Kindergemeinschaft definiert worden war, bot jene
Definition als Aufnahmekriterium für weitere Gemeinschaften
gewisse Schwierigkeiten. Die UNESCO selbst setztedieser Problematik
ein Ende, indem sie mit der Zuerkennung des Konsultativstatus
auch gleich das Ziel der FICE erweiterte, nicht mehr nur eine
Vereinigung von Kindergemeinschaften zu sein, sondern eine Organisation
für Heimerziehung schlechthin.
37
Solange
die Wiederaufbau-Abteilung der UNESCO die FICE mit Beiträgen
aus Spenden unterstützt hatte, war ihr Bestehen noch nicht
in Frage gestellt. Erst als die Wiederaufbau-Abteilung der UNESCO
aufgelöst und Subventionen für die FICE gestrichen
wurden, war ihre Pionierarbeit bedroht. Die finanziellen Sorgen
hingen konstant als Damoklesschwert über der FICE , zumal
der Mitgliederbeitrag von zwei Dollar, den jede Kindergemeinschaft
entrichtete, eher symbolischen Wert besass, ohne dass damit
das finanzielle Problem der Organisation gelöst worden
wäre. Durch den persönlichen Einsatz von Louis Frangois
(Frankreich), später Präsident der FICE, fand die
finanzielle Misere ein vorläufiges Ende. In seiner Position
als Sekretär der französischen UNESCO-Kommission gelang
es ihm, für die FICE den Konsultativstatus bei der UNESCO
zu erreichen, der mit jährlichen Subventionen verbunden
war.
Diese Tatsache zeigt erneut, dass die Geschicke der FICE in
den ersten Jahren ihres Bestehens vom Engagement starker Persönlichkeiten
geleitet und gefördert wurden. Nach dem Tod von Bernard
Drzewieski und dem Rückzug Elisabeth Rottens aus der FICE
bestimmte eine weitere Persönlichkeit und in der Jugendhilfe
erfahrener Mann das Schicksal der FICE: Rene de Cooman (Belgien).
Als Präsident von 1950-1970 baute er die FICE aus einer
kleinen Vereinigung von Kindergemeinschaften zu einer grossen
Organisation für Heimerziehung auf. Er scheute dabei den
uneigennützigen Einsatz bedeutender eigener Mittel nicht.
Ideelle Impulse: Reformpädagogik und "New Education
Fellowship" (NEF)
Auf die Frage, welche ideellen Impulse während der Aufbaujahre
wirksam waren, muss zunächst an die Reformpädagogik
erinnert werden. Ihr Reformanliegen richtete sich vorwiegend
auf die bestehende Schulpraxis. Nach dem Ersten Weltkrieg kam
es zu einem internationalen Zusammenschluss: 1921 wurde der
Weltbund für Erneuerung der Erziehung gegründet, "New
Education Fellowship (NEF)". In diesem Verband war auch
Elisabeth Rotten eine treibende Kraft. Für sie war es kein
Zufall, dass die Grundgedanken der FICE mit jenen des Weltbundes
für Erneuerung der Erziehung (NEF) weitgehend übereinstimmten.
38
Während
die Ziele des NEF die Erfahrungen ihrer Mitglieder nach dem
Ersten Weltkrieg widerspiegeln, knüpfen die FICE-Mitglieder
an diejenigen des Zweiten Weltkrieges an. Beiden Organisationen
war das Suchen nach den Grundzügen einer neuen Erziehung
aus der Erkenntnis gemeinsam, es müsse im Erziehungswesen
wie auch in der erzieherischen Einstellung der Erwachsenen etwas
von Grund auf schief und verderbt sein, wenn ein solches blutiges
Völkerzerwürfnis überhaupt möglich geworden
war.
Für die Pädagogen des NEF bestand die Erziehungsaufgabe
darin, Ansatzpunkte aufzuspüren und zu nutzen, u m friedliebende
und friedensfähige Menschen heranzubilden. In den Kindergemeinschaften
der FICE hingegen lebten Kinder, welche die Folgen kriegerischer
Auseinandersetzungen von nichtfriedliebenden Menschen erfahren
hatten. Beabsichtigte der NEF durch eine erneuerte Erziehung
die Heranbildung des Weltbürgers zu erreichen, so suchten
die Kindergemeinschaften die kriegsgeschädigten Kinder
zu internationaler Verständigung zu erziehen.
Bei vielen Persönlichkeiten, die sich für die Gründung
der FICE und deren Aufbau einsetzten, fällt auf, dass manche
von ihnen dem Weltbund für Erneuerung der Erziehung angehörten
und den Geist neuer pädagogischer Kollegialität aus
der Zwischenkriegszeit in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg
hinüberretten wollten. Dass dies in der FICE nicht vollends
gelang, lag, nach der Meinung von Elisabeth Rotten daran, dass
zwei Erzieher-Generationen in dieser Organisation vertreten
waren: Die eine, noch ganz erfüllt vom Geist der "New
Education Fellowship", die andere, die zwar um diesen wusste,
ihn aber selbst nicht mehr erlebt hatte.
Das Bestreben beider Organisationen war Erziehungsreform. Der
NEF suchte den Weg eher über eine generelle Schulreform,
die FICE jedoch legte den Schwerpunkt auf die Erneuerung der
traditionellen Heimerziehung: Die FICE verstand sich als fortschrittliche
Alternative zu den Formen bestehender Heimerziehung.
Erweiterte Zielsetzung und neue Nationalsektionen
Auch nach den Gründungen verschiedener Nationalsektionen
der FICE-International in den Jahren 1949-1957 stellte die UNESCO
an die FICE - inzwi-
39
schen mit
ONG-Status - den Anspruch, eine Organisation mit breiterer internationaler
Spannweite zu werden. Dies bedeutete zunächst, mehr Interessenten
für die FICE-Ziele in Europa zu gewinnen und besonders
den Dialog über Heimerziehungsfragen zwischen Ost und West
zu fördern. Mit der Zeit behinderte die eher enge Zielsetzung
der FICE die Aufbauarbeit. Nachdem sie sich das erweiterte Ziel
gesetzt hatte, internationale Fachorganisation für Heimerziehung
zu sein, stand ab 1955 der weiteren Entwicklung nichts mehr
i m Wege.
Neben genauen Kenntnissen der Strukturen der Jugendhilfe eines
Landes galt es, die Schlüsselpersonen zu finden, die sich
im Bereich der Heimerziehung für internationale Zusammenarbeit
einsetzen wollten. Das FICE-Direktionskomitee musste unermüdlich
intervenieren, um die Gründung weiterer Nationalsektionen
einzuleiten. Zu den bestehenden neun Nationalsektionen kamen
neue nationale Vereinigungen in folgenden Ländern dazu:
Oesterreich (1959), Tschechoslowakei (1960), Schweden (1961),
Jugoslawien (1962), Polen (1963), Niederlande (1969) und Dänemark
(1975). Zum Teil beziehen sich die angeführten Gründungsdaten
auf die erste Sitzung von Gründungs-Ausschüssen und
nicht auf die Aufnahme als Mitglied der FICE-International.
Mit Ausnahme der FICE-Israel waren bis 1959 nur europäische
Nationalsektionen Mitglied der FICE-International. Neu trat
1959 eine Vertretung aus Indien, 1960 aus Tunesien, 1963 aus
Hong-Kong und 1966 aus Algerien der FICE bei. Zum Teil handelte
es sich um Einzelmitglieder oder um einzelne Einrichtungen der
Jugendhilfe, welche sich für die FICE-Mitgliedschaft interessierten.
Ferner traten Vereinigungen aus Marokko (1970) und aus dem Iran
(1970) als assoziierte Mitglieder der FICE bei. Zahlreiche in
der Jugendhilfe tätige Menschen suchten aus eigenem Antrieb
die Verbindung zur FICE, um aus deren Erfahrung im Umgang mit
erziehungsschwierigen Jugendlichen Nutzen zu ziehen.
Die Zusammenarbeit mit Nationalsektionen oder Gründerpersönlichkeiten
in Asien und in Afrika war schwieriger als erwartet. Dem Anspruch,
nach Formen sozialpädagogischer Einrichtungen zu suchen,
die den Entwicklungsländern helfen könnten, ihre Probleme
auf dem Gebiet der Heimerziehung zu meistern. und bei der Einrichtung
von Kindergemeinschaften beratend zur Seite zu stehen, war kein
dauernder Erfolg beschieden.
40
Dennoch wuchs die FICE im Laufe der Zeit zu einer internationalen
Organisation mit einundzwanzig nationalen Vereinigungen heran,
deren Ziel es war, in Uebereinstimmung mit den Aufgaben der
UNESCO die Erziehung im Sinne der Charta des Kindes zu fördern.
Im Speziellen galt es, die Ideale der Kindergemeinschaft, internationale
Verständigung, menschliche Brüderlichkeit, soziale
Verantwortlichkeit und Demokratieverständnis zu fördern.
Internationale Tagungen und Kongresse
Seit ihrem
Bestehen bemühte sich die FICE, auf dem Gebiet der Heimerziehung
internationale Tagungen zu veranstalten. Da im anfänglichen
Selbstverständnis der FICE die Auffassung vertreten wurde,
Kindergemeinschaften seien als primäre Sozialisations-
und Erziehungsgemeinschaften der modernen Kernfamilie überlegen,
waren die Themen der ersten Tagungen darauf ausgerichtet, Grundzüge
einer Pädagogik der Kindergemeinschaften zu diskutieren
und ansatzweise zu entwerfen. Mit der Erweiterung des Blickwinkels
auf alle Formen der Heimerziehung änderten sich auch die
Konferenzthemen: Allgemeine Fragen zu Theorie und Praxis der
Heimerziehung sowie die länderspezifisch verschiedenen
Berufsausbildungen von Erziehern bildeten Schwerpunkte der Tagungen
(siehe Anhang 3).
Die Heimkampagne der späten 60er- und zu Beginn der 70er-Jahre
in einzelnen Ländern - welche die Heimerziehung ins Kreuzfeuer
der Kritik rückte -, veranlasste die FICE, Tagungen zu
neuen Entwicklungen in der Heimerziehung zu organisieren. In
der Folge weiteten sich die Themata der Tagungen immer mehr
auf alle Probleme der ausserfamiliären Erziehung aus.
Bei allen diesen Fachtagungen waren die drei offiziellen FICE-Sprachen
Französisch, Deutsch und Englisch. Mit dem Wachsen des
Verbandes verschärften sich die Sprachprobleme. Es mussten
Uebersetzer beigezogen werden. Da die Vielsprachigkeit die Diskussionsfreudigkeit
eher dämpfte, wurden auch regionale Tagungen eingeführt.
41
Heimkritik
erfordert Standortbestimmung
Die Ende 1968 in einigen Ländern einsetzende Heimkampagne
kritisierte die Erziehung in den Heimen wegen ungleicher Bildungschancen,
ungenügender Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten,
autoritärer Erziehungspraktiken und wegen unzureichender
Zusammenarbeit zwischen Behörden und Einrichtungen der
Jugendhilfe. Als Befürworterin der Heimerziehung mit stetem
Reformwillen fühlte sich die FICE durch die Heimkampagne
herausgefordert. Sie publizierte 1971 ein "Manifest zur
fortschrittlichen Heimerziehung". Es betonte die Bestrebungen
der FICE um Entwicklung und Verbreitung neuer Möglichkeiten
der Heimerziehung und distanzierte sich sowohl von bürokratisch-autoritärer
als auch von antiautoritärer Heimerziehung. Nach wie vor
wollte die FICE methodisch dort ansetzen, wo die Familie versagt
hatte. Sie wollte hinführen zu Eigenaktivität und
persönlicher Autonomie. Das erforderte die Verwirklichung
einer demokratischen Lebensform in den Heimen, welche allen
Kindern und Jugendlichen sowie den Mitarbeitern das Erleben
von Eigen- und Mitverantwortung ermöglichte.
Die FICE und die Behinderten
Als die FICE von der UNESCO 1971 mit einer Studie über
die soziale und berufliche Integration von hirngeschädigten
und körperbehinderten Kindern in Heimen beauftragt wurde,
leitete dies eine Neubesinnung über ihre Aufgabenstellung
ein. Die Themata der internationalen Fachtagungen der FICE in
den folgenden Jahren belegen jedenfalls ihr zunehmendes Interesse
auch für die sonderpädagogische Betreuung von Behinderten.
Die aus der heimkritischen Bewegung hervorgehenden neuen Formen
der ausserfamiliären Erziehung einerseits und die Auseinandersetzung
mit dem Problemkreis der behinderten Jugendlichen andererseits,
lösten innerhalb der FICE eine Grundsatzdebatte aus: Die
einen wollten am Heim als der einzigen Form der ausserfamiliären
Erziehung festhalten, während die anderen eine Oeffnung
des Blickfeldes auf alle Formen der ausserfamiliären Erziehung
befürworteten. Eine neue Ueberprüfung der Zielsetzung
und Arbeitsweise der FICE erwies sich als notwendig.
42
Ueber Statutenrevisionen
zur Frage der Namengebung
Eine Revision
der aus den Jahren 1948/49 stammenden Statuten fand schon 1950
statt. Sie regelte vor allem die Stimmberechtigung innerhalb
der Organisation. Ab 1957 nahmen jene Stimmen zu, welche eine
zweite Statutenrevision forderten. Das stetige Anwachsen der
Vereinigung verlangte in der Tat eine angemessene Vertretung
der einzelnen Nationalsektionen. Aus diesem Grunde wurde die
Organisationsstruktur der FICE 1961 neu geregelt: Generalversammlung,
Verbandsrat und Exekutivkomitee sollten in Zukunft die Geschicke
der FICE leiten. Die unterschiedliche Grösse der einzelnen
Nationalsektionen und die mit deren Grösse verbundene Stimmkraft
gab zu Kritik Anlass, weshalb die Stimmkraft pro Nationalsektion
eine Neuregelung erfuhr.
1967 wurden Spezialkommissionen eingesetzt, welche verschiedene
aktuelle Probleme der Heimerziehung bearbeiteten. Sie befassten
sich unter anderem mit Erziehungsgrundsätzen, mit Entstehungsbedingungen
abweichenden Verhaltens, mit Berufsfragen der Erzieher, ihrer
Aus- und Fortbildung sowie mit Fragen der Heimarchitektur. Diese
Arbeiten der Spezialkommissionen führten auch zu FICE-Publikationen:
Siehe Publikationsverzeichnis im Anhang 2 zu dieser Schrift.
Eine weitere Statutenrevision war 1970/71 fällig. Nachdem
sich die FICE mit der Heimerziehung insgesamt beschäftigte
und nicht nur mit Fragen der Kindergemeinschaften, verlangte
die neue Zielsetzung eine Aenderung der Statuten. Diese erweiterte
Zielsetzung der FICE rief in den 70er Jahren aber auch nach
einer erweiterten Namengebung der FICE-International, umfasste
der Begriff "Kindergemeinschaften (Communautäs d'Enfants)"
in ihrem Namen doch nicht mehr das gesamte Tätigkeitsfeld
der Heimerziehung. Nach längeren Diskussionen programmatischer
Art änderte 1982 die FICE einen Teil ihres Namens: Das
Kapitel "Die FICE unterwegs" berichtet darüber.
43
1979 -
1988: DIE FICE UNTERWEGS
Die FICE: Eine Institution, von Personen getragen
Zu Beginn der 80er-Jahre trat der langjährige Präsident
der FICE-International, Raoul Wetzburger, Belgien (1974-1982),
zurück. Die bisherigen Präsidenten stammten aus den
folgenden Ländern: Robert Pröaut (1948/49), Frankreich;
Peggy Volkov (1950), Grossbritannien; Rene de Cooman (19501970),
Belgien; Louis Frangois (1970-1974), Frankreich. Neu gewählt
wurde: Heinrich Tuggener (1982-1988), Schweiz.
In den 80er-Jahren traten auch der Generalsekretär und
der Schatzmeister zurück. Folgende Persönlichkeiten
hatten bisher die Aufgabe des Generalsekretariates erfüllt:
Marie Meierhofer/Elisabeth Rotten (1948/49), Schweiz - sie führten
in dieser Zeitspanne das Generalsekretariat und das Schatzmeisteramt
gemeinsam. Anschliessend folgten als Generalsekretäre:
Hans Hoxter, Grossbritannien, und Jean Roger, Frankreich (1950);
Fernand Cortez, Frankreich (1951-1966); Josef Docekal, Oesterreich
(1967-1973); Othmar Roden, Oesterreich (1973-1984). Neu gewählt
wurde: Franz Züsli-Niscosi, Schweiz (Ende 1983).
Als Schatzmeister amteten: 1948/49 Marie Meierhofer und Elisabeth
Rotten gemeinsam, anschliessend 1950 Elisabeth Rotten allein.
Ihr folgten im Amte nach: Edouard Barbel, Luxemburg (1951-1967);
Hermann Widmer, Schweiz (1968-1975); Herbert Angst, Schweiz
(1975-1984). Neu gewählt wurde: Robert Soisson, Luxemburg
(ab 1984). Als Vertreterin der sozialistischen Staaten in finanziellen
Fragen wählte der Verbandsrat 1984 Eva Begänovä,
Tschechoslowakei.
Weitere Persönlichkeiten trugen und tragen die FICE-Arbeit.
Hier gilt es, neben den Präsidenten und Sekretären
der Nationalsektionen auch die Arbeit der Vize-Präsidenten
des Dachverbandes zu beachten. Ziel in den 80erJahren war es,
die Vize-Präsidenten vermehrt in die Arbeiten der FICE
miteinzubeziehen oder andere Kollegen mit dem Präsidium
einer Spezialkommission zu beauftragen. Dies zum Beispiel für
die Vorbereitung von Kongressen oder für die Herausgabe
von FICE-Publikationen, für die Erarbeitung eines FICE-Glossars
oder für die Organisation von Tagungen.
44
Die FICE
unterwegs
Auch gegen
Ende der 70er-Jahre waren der Verbandsrat und das Exekutivkomitee
stark mit administrativen Fragen belastet, dies auf Kosten pädagogischer
Aufgaben. Deshalb stellte sich der FICE erneut die Frage ihres
Arbeitsstiles. Als neue Richtlinie galt: Der Verbandsrat bestimmt
die FICEPolitik, tagt zweimal jährlich und beschäftigt
sich vermehrt mit fachpädagogischen Fragen. Das Exekutivkomitee
bereitet die Geschäfte des Verbandsrates vor, entscheidet
in administrativen Grundsatzfragen und Beziehungen zu anderen
internationalen Organisationen. Diese Aufgaben werden vom Generalsekretariat
vollzogen, welches auch für alle Aufgaben zuständig
ist, welche die Statuten nicht einem anderen Organ zuweisen.
Der Schatzmeister führt die Finanzverwaltung und ist verantwortlich
für die Jahresabrechnung, Bilanz und für den Haushaltplan.
Mit dieser Kompetenzordnung soll erreicht werden, dass dem Verbandsrat
vermehrt Zeit für fachpädagogische Aufgaben zur Verfügung
steht.
Sicher wäre in dieser Zeit auch eine weitere Statutenrevision
fällig gewesen. Das Exekutivkomitee stellte dieses Ziel
vorerst zugunsten pädagogischer Aufgaben und administrativer
Arbeiten zurück. Hingegen bot eine Informationsschrift
über die FICE allen Gelegenheit, die FICE-Ziele und Mitgliedschaft
genauer zu bestimmen. Dies führte auch zu Aussprachen über
"Stärken und Schwächen der FICE" - und erleichtert
dadurch vielleicht eine spätere Statutenrevision: Nicht
juristische Querelen, sondern pädagogische Facharbeiten
bleiben das Ziel:
Diese fachpädagogischen Fragen und Aufgaben stellten sich
vor allem bei der Arbeitsvorbereitung zu den Kongressthemen,
welche Vorarbeiten durch nationale Studiengruppen und durch
den Verbandsrat der FICE erfordern. Die internationalen Kongresse
werden von der FICE-International verantwortet und von der zuständigen
Nationalsektion organisiert. Der Anhang 3 zu dieser Schrift
enthält die Kongressthemen, während aus dem Anhang
2 die entsprechenden Publikationen ersichtlich werden.
Im Sinne des fachlichen Austausches versuchte 1984-1986 die
FICE auch eine "Lagebeurteilung im Heimwesen" in Europa
zu erarbeiten. Dieses Ziel konnte nur teilweise erreicht werden,
verlangt die Vielschichtigkeit der Institutionen und der Umfeld-Bedingungen
doch einen vertiefteren personellen
45
und finanziellen Aufwand. Aehnliches gilt für das Thema
"Prävention in der Heimerziehung", das in abgeänderter
Form aber zu einer Kurz-Publikation führte: James P. Anglin,
Parent Education and Support: Prevention and Intervention, SCA-Publications
1987, Surrey/England.
Die Beziehungen
zu internationalen Organisationen vertieften sich in den 80er-Jahren.
Die FICE wurde 1987 neu als ONG der UNICEF anerkannt und will
mit dieser Organisation die Zusammenarbeit verstärken.
Die FICE setzte sich aber auch durch zahlreiche Aktionen und
Beteiligungen an Umfragen für die Ziele der UNO und der
UNESCO ein. Dies betrifft insbesondere auch die Arbeiten zugunsten
des "Jahres des Kindes, 1979" und des "Jahres
der Behinderten, 1981". Ebenso grossen Einsatz leisteten
die FICE und ihre Nationalsektionen für das internationale
"Jahr der Jugend, 1985" und für das "Jahr
des Friedens, 1986". UNO-Generalsekretär Javier P6rez
de ' Cue llar ernannte am 15. September 1987 die FICE-International
zum "Peace Messenger". Auch wenn diese Ehre zahlreichen
Organisationen zufiel, versteht sie die FICE als Anerkennung
für ihre Bestrebungen zugunsten der Friedens-Erziehung.
Die Teilnahme an zahlreichen Umfragen der UNESCO zwang die FICEOrgane
aber auch zur Lagebeurteilung über den Stand der eigenen
Finanzen, hatte die aktive Beteiligung an grösseren Mehrjahresprogrammen
der UNESCO doch nicht nur Subventionen sondern auch zusätzlichen
personellen und finanziellen Aufwand gebracht. Nach dem Austritt
der Vereinigten Staaten von Amerika und weiterer Länder
aus der UNESCO (1984) erhielt die FICE die bisherigen Jahresbeiträge
der UNESCO für Publikationen, Kongresse usw. nicht mehr
überwiesen - sie teilt dieses Schicksal mit zahlreichen
ONG's der UNESCO. Eine FICE-Delegation besprach 1986 in Paris
diese Frage, welche grundlegende Finanzfolgen nach sich zieht
und die FICE-Arbeit behindert. Die FICE bleibt ONG-UNESCO, erwartet
aber auch Hilfeleistungen der UNESCO im Rahmen des zukünftig
Möglichen.
Als Folge der ONG-Stellung bei der UNESCO arbeitet die FICE
auch mit dem Wirtschafts- und Sozialrat der UNO (ECOSOC-Wien)
zusammen, soweit dies ausserfamiliäre Fragen betrifft.
Die FICE hat 1988 den Antrag gestellt , in die Kategorie II
als ONG-ECOSOC aufgenommen zu werden. Aehnliche Fragen stellen
sich zur Zusammenarbeit mit den zuständigen Organen der
46
Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft betreffend ausserfa miliäre Erziehung:
Die Generalversammlung 1988 wird prüfen, ob diese Zusammenarbeit
durch eine FICE-Spezialkommission auf der Stufe der Nationalsektionen
geschehen solle. Die Zusammenarbeit mit den entsprechenden Sektionen
des Europarates prüft das Generalsekretariat, doch wird
der Verbandsrat frühestens 1989 über das weitere Vorgehen
entscheiden.
Verstärkt wurde auch der Informationsaustausch zwischen
den Nationalsektionen, verbunden mit dem Austausch von Erziehern
und der Durchführung von regionalen Kongressen der FICE.
Im Einverständnis mit dem Verbandsrat gründete das
Generalsekretariat 1986 zudem den FICE-Verlag in Zürich,
um vermehrt die FICE-Publikationen auch im Buchhandel anbieten
zu können: Siehe Anhang 2. Einzelne Nationalsektionen verfügen
zusätzlich über eigene Publikationsreihen oder geben
Periodika heraus.
Neben der Straffung des Aufgabenvollzuges galt es auch, den
Ausbau der FICE-Nationalsektionen zu verstärken, waren
doch einzelne Sektionen aus unterschiedlichen Gründen ausgetreten.
Kontakte wurden geknüpft mit Regierungsmitgliedern oder
mit Vertretern von Einrichtungen der Jugendhilfe in Spanien,
Portugal, Griechenland, in den Vereinigten Staaten von Amerika
und in Kanada, in der Sowjetunion, in Finnland, Norwegen, Italien
und Grossbritannien. Neben dem Eintritt von Irland (1979) führte
dies zum Wiedereintritt von Vertretern aus Italien als assoziiertes
Mitglied (1986, Centro Educativo Italo-Svizzero) und der FICE-Grossbritannien
als Vollmitglied (1986, Social Care Association). Als Vollmitglieder
sollen an der Generalversammlung 1988 die Vertreter aus den
Vereinigten Staaten von Amerika und aus Kanada - FICE-Nordamerika,
assoziiertes Mitglied seit 1986 - sowie als assoziiertes Mitglied
die Vertreter aus Norwegen aufgenommen werden.
Das pulsierende FICE-Leben ist aber nicht nur von Arbeit getragen:
Verfehlt wäre es, gegen den Schluss dieses Kapitels hin,
nicht auch auf die Freundschaften und auf die geselligen Kontakte
innerhalb der FICE hinzuweisen'
Kleine Namensänderung bezeugt Wandel des Selbstverständnisses
Zur Gründungszeit
im Jahre 1948 nannte sich die FICE "Fädäration
Internationale des Co m m unautes d'Enfants": Die Kindergemeinschaft
stand im
47
Mittelpunkt
der Zielsetzung. In der englischsprachigen Bezeichnung aus der
damaligen Zeit findet sich die FICE auch unter IFCC aufgeführt:
International Federation of Children's Communities.
In der Zwischenzeit führte das Tätigkeitsgebiet der
FICE von der Kindergemeinschaft über die Heimerziehung
zur ausserfamiliären Erziehung, wobei die Heimerziehung
ein Schwerpunkt der Aufgabenfülle bleibt. Anlässlich
der Verbandsrats-Tagung 1982 in Köszeg (Ungarn) beschlossen
die Teilnehmer, durch eine erweiterte Namensgebung die erweiterte
Zielsetzung aufzuzeigen , wobei die Abkürzung FICE beizubehalten
blieb. Der Begriff "Communautös d'Enfants" im
Namen wurde ersetzt durch die Bezeichnung "Communautös
Educatives" : Födöration Internationale des Communautös
Educatives / International Federation of Educative Communities
(FICE) / Internationale Gesellschaft für Heimerziehung
(IGfH).
Die FICE hat ihr neues Selbstverständnis in der Namengebung
ausgedrückt und - wie dieses Kapitel zeigt - nicht nur
ihre Ziele, sondern auch ihren Arbeitseinsatz erweitert. Die
Mitte der 80er-Jahre einsetzende internationale Diskussion über
Möglichkeiten und Grenzen des Sozialstaates veranlasste
auch die FICE zu einer deutlichen Stellungnahme zu diesen Problemen.
Dies geschah 1986 am FICE-Kongress in Malmö (Schweden),
der unter dem Thema gestanden hatte "Ausserfamiliäre
Erziehung in und ausserhalb von Einrichtungen der Heimerziehung".
Die am Kongress versammelten Sozialpädagogen, Sozialarbeiter,
Mitarbeiter aus Verwaltung und Ausbildung sowie Personen aus
dem öffentlichen Leben fassten ihre Anliegen in einer "Malmöer
Erklärung" der FICE zusammen.
Diese "Malmöer Erklärung" ist ein eindringlicher
Appell an die politisch Verantwortlichen aller Länder:
Kinder und Jugendliche in Schwierigkeiten mit sich selbst und
ihrer Umgebung als die schwächsten Glieder der Gesellschaft
nicht zu vernachlässigen!
Und die Zukunft ?
Kinderdorfbewegung, Heimerziehung und ausserfamiliäre Erziehung
sind jungen Menschen Orte des Lebens und Aufbruches geworden,
verbunden mit vielen Fragen an sich selbst und an diese Institutionen.
Auch den Hel-
48
fenden sind viele Fragen aufgegeben - sie zu beantworten, bleibt
eine Aufgabe der FICE.
Die FILE
fühlt sich durch ihre Vergangenheit auch der Zukunft verbunden,
ähnlich wie dies Walter Robert Corti - ein Schweizer Philosoph
- 1944 zukunftsmächtig rief: "Bauen wir eine Welt,
in der Kinder leben können!"
Wir danken allen FICE-Freunden für die Mithilfe am Bau
dieser Zukunft!
73 Annexe/Anhang/Addendum 1
SOURCES ET MATERIEL CHOISIS SUR L'HISTOIRE DE LA FICE AUSGEWÄHLTE
QUELLEN UND MATERIALIEN ZUR FICE-GESCHICHTE SELECTED REFERENCES
TO FICE HISTORY SOURCES AND MATERIALS
Balbernie, R.: Residential work with children. Oxford: Pergamon
Press 1966
Bourguet, G.: Dix ans dans d'action au service de l'enfant.
Hrsg. von Fédération Internaitonale des Communautés
d'Enfants. Charleroi: s.n.o.J.
Brosse, T.: Enfants sans foyer. Compte rendu des travaux de
la conférence des directeurs de communautés d'enfants
Trogen-Heiden/Suisse. Paris: UNESCO 1949
Corti, W.: Genese der Kinderdorfbewegung. In: Blätter der
Wohlfahrtspflege 2/1966, S. 35-38
Ferrière, A.: L'autonomie des écoliers dans les
communautés d'enfants. Neuchâtel: Delachaux et
Niestle 1950
François, C.: Les rencontres internationales d'educateurs.
Hrsg. von Fédération Internationale des Communautés
d'Enfants. Charleroi: s.n.o.J.
International Federation of Children's Communities. Hrsg. von
Fédération Internationale des Communautés
d'Enfants. Charleroi: s.n. 1972
Kissner, V.: Elisabeth Rotten - Ein Beitrag zur reformpädagogischen
Bewegung. Unveröffentlichte Magisterarbeit. Universität
Giessen BRD 1986
Knöpfet, J.: Die Gründungsgeschichte der Fédération
Internationale des Communautés d'Enfants. Unveröffentlichte
Lizentiatsarbeit. Pädagogisches Institut Universität
Zürich CH 1987 (Dissertation im FICE-Verlag in Vorbereitung)
Macard le, D.: Children of Europe. London: Victor Golaucz 1949
Meierhofer, M.: La participation de la Suisse à l'aide
internationale aux enfants victimes de la guerre. In: Revue
Suisse d'Hygiène 8/1949, S. 359-862
Obitnary Bernard Drzewieski. In: Times 20.8.1953, S. 8
Oswald, S.: Zur UNESCO-Konferenz der Leiter von Kinderdörfern
in Trogen. In: NZZ 12.7.1948 Nr. 1482
Steiger, E.: Internationale Beziehungen in der Sozialarbeit.
In: Gesundheit und Wohlfahrt 8/1950, S. 341-377
Rotten, E.: Die erste internationale Konferenz der Leiter von
Kinderdörfern. In: NZZ 26.7.1948 Nr. 1576
Rotten, E.: Les communautés d'enfants. Un espoir pour
les victimes de la guerre. Paris: UNESCO 1949
Rotten, E.: Auswirkungen des internationalen Kinderdorfes Pestalozzi
in Trogen. In: Die Friedenswarte 1/1949, S. 19-23
74 Annexe/Anhang/Addendum 2 PUBLICATIONS DE LA FICE-INTERNATIONALE
ET DES EDITIONS FICE PUBLIKATIONEN DER FICE-INTERNATIONAL UND
DES FICE-VERLAGES
FICE-INTERNATIONAL PUBLICATIONS
Les titres des années 1955-1978 sont épuisés
auprès du Secrétariat général de
la FICE-Internationale. Ilssont énumérés
par ordre chronologique dans la vue d'ensemble suivante.
Die Titel aus den Jahren 1955-1978 sind beim Generalsekratariat
der FICEInternational vergriffen. In der nachfolgenden Uebersicht
werden sie in chronologischer Folge aufgeführt.
Titles from 1955-1978 are out of print and not available from
the FICEInternational Secretariat. They are listed in chronological
order here.
1955 LA CITE DE L'ENFANCE A MARCINELLE (France). Volkov, Peggy.
1956 L'INSTITUT MEDICO-PEDAGOGIQUE DE LA MAYOTTE, à
Montlignon (France). Cortez, Fernand.
1957 ALONEY YITZHAK - A YOUTH VILLAGE IN ISRAEL. Super, Arthur
Saul.
1957 YOUTH ALIYAH - PAST, PRESENT AND FUTURE. Kol, Moshe. Introduction
by Mrs Franklin D. Roosevelt (FICE Documents No. 1).
1957 LA FEDERATION DES RAYONS DE SOLEIL DE FRANCE, FOYERS FAMILIAUX.
Bourguet, Georges.
1958 LE HOME ESPERANCE POUR ENFANTS DEBILES, à Coq-sur-Mer
(Belgique). Hotyat, Fernand.
1958 ALONEY YITZHAK - UN VILLAGE D'ENFANTS EN ISRAEL. Super,
Arthur Saul.
1958 BEN-SHEMEN - A CHILDREN'S VILLAGE IN ISRAEL. Bentwich,
Norman.
1959 La Fédération Internationale des Communautés
d'Enfants - DIX ANS D'ACTION AU SERVICE DE L'ENFANCE. Bourguet,
Georges.
1959 LES RENCONTRES INTERNATIONALES D'EDUCATEURS DE LA FICE
- Problèmes pédagogiques. François, Claude.
1959 L'ACCEPTATION DE SOI-MEME PAR L'ENFANT HANDICAPE. Sicième
Rencontre Internationale d'éducateurs.
1960 THE CALDECOTT COMMUNITY - A SURVEY OF FORTY-EIGHT YEARS.
Rendel, Leila M.
1960 RAMAT-HADASSAH-SZOLD - YOUTH ALIYAH SCREENING AND CLASSIFICATION
CENTRE. Kahanoff, Jacqueline.
75
1960 LA NOTION DE LIBERTE CHEZ L'ADOLESCENT EN COMMUNAUTE D'ENFANTS.
Septième Rencontre Internationale d'éducateurs.
1961 LA FORMATION DE LA MORALITE CHEZ L'ENFANT ELEVE EN INSTITUTION.
Huitième Rencontre Internationale d'éducateurs.
1962 PESTALOZZI CHILDREN'S VILLAGE TROGEN - AN EXPERIMENT IN
INTERNATIONAL LIVING. Hicklin, Margot.
1962 DAS LANDESERZIEHUNGSHEIM ODENWALDSCHULE. Schegelmilch,
Wolfgang.
1962 THE ELEANOR ROOSEVELT YOUTH CENTRE IN BEERSHEBA. Hanegbi,
Yehudi.
1962 BEN METIER, PREMIER VILLAGE D'ENFANTS TUNESIEN. Jouini,
Hassouna.
1962 NE'URIM - THE RURAL VOCATIONAL TRAINING CENTRE OF YOUTH
ALIYAH AND HADASSAH. Pincus, Chasya.
1963 REBELLES SANS CAUSE. Lavachery, Jean. 1965 ALIYAH DES
JEUNES. Kol, Moshe.
1965 L'ADOPTION DE L'ENFANT SANS FAMILLE. Comptes rendus du
colloque tenu à Bruxelles le 13 mars 1965.
1965 L'ECOLE DE PLEIN AIR DE SURESNES. Laoapere, Simone.
1965 AKTIVE KINDER. Theorie und Praxis eines Erziehungsversuches
im Kinderdorf. Birzele, Karl.
1966 L'EDUCATEUR ET L'ENFANT AGRESSIF. Par le groupe de travail
du foyer des "Glycines" O.S.E. à Draveil (France).
1966 LE CENTRE DEPARTEMENTAL DU VALENTIN, à Bour-Les-Valence.
Une communauté d'enfants cas sociaux. Reynaud, Jacques.
1966 ENFANT, FAMILLE ET SOCIETE URBAINE. Cortez, Fernand.
1966 L'ENFANT TEMOIN. Colloque de Charleroi les 11 et 12 avril
1964.
1967 STRUKTUR DER GRUPPE IN KINDERDÖRFERN UND HEIMEN.
Bericht über die regionale Studientagung der FICE in Graz
(Oesterr.)
1966 AMOUR ET PROTECTION POUR TOUS LES ENFANTS: Journées
d'études à Tabarz (DDR).
1967 PERSPECTIVES PEDAGOGIQUES DE L'EDUCATION PRECOCE ET PRESCOLAIRE
DES ENFANTS DEFICIENTS AUDITIFS.
1969 L'ENFANT EN SITUATION D'ABANDON. Par l'équipe du
foyer "Les Glycines" O.S.E. à Draveil (France).
76
1971 AUS- UND FORTBILDUNG VON ERZIEHERN FÜR DIE ARBEIT
IM HEIM. BRD Ergebnisse einer Studientagung in Westberlin.
1971 DAS KIND ZWISCHEN HEIM, ELTERNHAUS UND VERWALTUNG. Bericht
vom FICE-Kongress in Königstein (BRD).
1972 FICE - FEDERATION INTERNATIONALE DES COMMUNAUTES D'ENFANTS.
Werbebroschüre.
1972 ARCHITEKTURALE KONZEPTION DER KINDERHEIME.
1973 VORBEREITUNGEN ZUR GESELLSCHAFTLICHEN EINGLIEDERUNG VON
KINDERN UND JUGENDLICHEN MIT ENTWICKLUNGSSTÖRUNGEN. Bericht
vom FICE-Kongress in Warschau.
1975 PROBLEME DER THEORETISCHEN UND PRAKTISCHEN ERZIEHUNGSAUSBILDUNG
IN GEGENWART UND ZUKUNFT.
1978 BEHINDERTE KINDER UND JUGENDLICHE IM HEIM - MÖGLICHKEITEN
DER INTEGRATION IN FAMILIE UND GESELLSCHAFT. Ergebnisse des
FICE-Kongresses in Graz (Oesterr.).
FICE-VERLAG ZÜRICH
1981 LEBEN MIT ANDEREN ALS BERUF - DER SOZIALPÄDAGOGE IN
EUROPA. Hrsg. Heinrich Tuggener et al., Zürich 1981, 221
Seiten, (vergriffen).
1984 THE SOCIALPEDAGOGUE IN EUROPE - LIVING WITH OTHERS AS A
PROFESSION. Hrsg. Heinrich Tuggener et al., Zürich 1984,
197 Seiten, ISBN 3-905607-01-8. SFr. 20.
1984 SOCIALPAEDAGOG I EUROPA (Dänische Uebersetzung des
"Leben mit anderen ..."). Hrsg. FICE-Dänemark
1984, 124 Seiten, ISBN 87-981187-2-2. DKr. 75.
1986 AKTUELLE PROBLEME JUGENDLICHER IN DER HEIMERZIEHUNG IN
EUROPA. Texte zum FICE-Kongress vom 6.-9. Juni 1985 in Luxemburg.
Hrsg. Robert Soisson, Luxemburg 1986, 302 Seiten, ISBN 3-905607-02-6.
SFr. 18.
1987 MALMÖER ERKLÄRUNG. Hrsg. FICE-International,
Zürich 1987, 28 Seiten (deutsch/französisch/englisch),
ISBN 3-905607-04-2. SFr. 3.(Kurzfassungen in hebräischer,
ungarischer und weiteren Sprachen erhältlich.)
1987 AUSSERFAMILIÄRE ERZIEHUNG IN UND AUSSERHALB VON EINRICHTUNGEN
DER HEIMERZIEHUNG. Texte zum Internationalen FICE-Kongress 1986
in Malmö. Hrsg. Leo E.E. Ligthart, Zürich 1987, 278
Seiten, ISBN 3-905607-06-9. SFr. 20.-
77
1988 KINDERGEMEINSCHAFTEN-HEIMERZIEHUNG-AUSSERFAMILIARE ERZIEHUNG.
Jubiläumsbroschüre "40 Jahre FICE-International.
Hrsg. FICE-International, Zürich 1988, 84 Seiten (deutsch/französisch/
englisch), ISBN 3-905607-05-0. SFr. 6.
1989 In Vorbereitung: Texte zum Internationalen FICE-Kongress
1988 in St. Gallen, Schweiz. ISBN 3-905607-07-7.
Commandes aux éditions FICE sont à adresser à:
Bestellungen für den FICE-Verlag an: Please order publications
from:
FICE-International ONG-UNESCO-UNICEF
Ramistrasse 27
CH - 8001 Zürich, Suisse
Quelques sections nationales disposent de leurs propres séries
de publications ou éditent des périodiques: adresser
les demandes directement aux section nationales.
La liste des membres 1988 peut être commandée à
l'adresse mentionnée en haut.
Einzelne Nationalsektionen verfügen über eigene Publikationsreihen
oder geben Periodika heraus: Anfragen bitte direkt an die Nationalsektionen.
Die Mitgliederliste 1988 kann bei der oben genannten Adresse
angefordert werden.
Some national sections publish books and periodicals themselves.
Please order directly from the national sections. The list of
members 1988 can be ordered at the above mentioned address.
1958 Jerusalem Israel
1959 Wien Oesterreich
1960 Zürich Schweiz
1961 Tunis Tunesien
1962 Prag Tschechoslowakei
1963 Malmö Schweden
1964 Ljubljana Jugoslawien
40 ANS FICE-INTERNATIONALE / 40 JAHRE FICE-INTERNATIONAL / 40
YEARS FICE-INTERNATIONAL
Assemblées générales, séances élargiesdu
Conseil fédéral, journées d'études
et congrès: dates, lieux, thèmes Generalversammlungen,
erweiterte Verbandsratssitzungen, Studientage und Kongresse:
Daten, Orte, Themen General Assemblies, Expanded Federal Council
Meetings, Training Courses and Congresses: Dates, Places, Themes
1948 Trogen/Heiden Schweiz Die Erziehung von kriegsgeschädigten
Kindern und Jugendlichen
L'éducation des enfants victim es de guerre
The education of war-handicapped children
1949 Belgien Les problèmes éducatifs de l'enfance
vagabonde
1950 Lyon Frankreich Pourquoi l'éducation de l'enfance
inadaptée est-elle un problème
capital aujourd'hui?
Co
1951 Florenz Italien Les besoins affectifs des enfants sans
famille
1952 Strassburg Frankreich Le problème de l'éducateur
1954 Boulouris sur Mer Frankreich Les communautés d'enfants
comme solution au problème mon dial de l'enfant sans
foyer D
L'apprentissage de la démocratie en communauté
d'enfants
((DD
x
1955 Courcelles Belgien e
L'éducation en fonction des droits de l'homme et de l'enfant
D
Les préjugés en éducation
1956 Heppenheim Bundesrepublik La mentalité des enfants
et des jeunes à la suite de la guerre
Deutschland et de l'après-guerre à la lumière
des expériences des comD a
munautés d'enfants
rn
c
1957 Brighton Grossbritannien a
Kinder- und Jugendfürsorge: Privat- und Staatsinitiative
Ist Zuneigung hinreichend? B
w
Soins aux enfants: action de l'état et des particuliers
Affection est-ce suffisant?
State and independent provision for child care Is love enough?
L'éducation pour le travail et par le travail dans les
communautés d'enfants
L'éducation individuelle et en groupe dans les communautés
d'enfants
Ziel und Methoden der pädagogischen Arbeit im Kinderdorf
Die Stille / Le silence / The silence
Die Probleme der Kindergemeinschaften in den Entwicklungsländern
Les problèmes des communautés d'enfants dans les
pays en voie de développement
Das Prinzip der Verbindung von Erziehung und Leben
Les relations de l'éducation et de la culture des enfants
et des jeunes dans les communautés d'enfants avec la
vie
Der Einfluss des Kulturmilieus auf die Anpassung der Kinder
und der Jugend
L'influence du milieu culturel sur l'adaption sociale des enfants
et des adolescents
The influence of cultural environment on the adjustment of children
and adolescents
Aktivität und Engagement von Kindern und Jugendlichen im
Leben der Gemeinschaften
L'activité et l'engagement des jeunes dans la vie des
communautés d'enfants
CD
1965 London 1966 Tabarz
1967 Wien 1968 Trogen
1969 Klemskerke 1970 Budapest
1971 Königstein
Activity and engagement of youth through children's communities
Grossbritannien Das Heimmilieu in Theorie und Praxis
Le milieu institutionel
The residential environment: theory und practice
Deutsche Demo- Die sozialpädagogische Aufgabe der Heimerziehung
in der kratische DDR
Republik La tâche socio-pédagogique de l'éducation
dans les maisons d'enfants en République Démocratique
d'Allemagne
Oesterreich Heimerziehung in Oesterreich
Education en communautés d'enfants en Autriche Education
in children communities in Austria
Schweiz Etudes des nouvelles orientations de la FICE
Belgen Erziehung in Kindergemeinschaften durch Leben fürs
Leben Education en communautés d'enfants pour la vie
et par la vie Education in children's communities, for life,
through life
Ungarn Heimerziehung in Ungarn
L'éducation dans les communautés d'enfants en
Hongrie Child Care in Hungary
Bundesrepublik Das Kind zwischen Heim, Elternhaus und Verwaltung
L'enfant entre la communauté d'enfants, les parents et
l'administration
The child between home, parents and administration
Die Vorbereitung zur gesellschaftlichen Eingliederung mancher
Kinder mit Entwicklungshemmungen und Behinderungen
L'insertion professionnelle et sociale des enfants et adolescents
inadaptés dans les établissements de l'assistance
à la jeunesse et dans les foyers éducatifs
Frankreich Die Aus- und Fortbidung der Lehrer und Erzieher in
Kinderund Jugendheimen
Formation et perfectionnement des enseignants et des éducateurs
de communautés d'enfants
Training and improving of teachers and educators
Jugoslawien Analyse der Möglichkeiten und der Ziele für
die Behandlung und Resozialisierung gefährdeter Jugend
Niederlande Neue Entwicklungen von Hilfeleistungen im Heimbereich
Grossbritannien Integrierte Heimerziehung Education intégrée
Integrated caring
Oesterreich Heimerzieherausbildung in Europa
La formation des éducateurs spécialisés
en Europe
Oesterreich Behinderte Kinder und Jugendliche im Heim - Möglichkeiten
der Integration in Familie und Gesellschaft
Irland Das Kind und seine Bedürfnisse innerhalb und ausserhalb
der Familie und deren Erfüllung in bezug auf die Grundsätze
der Deklaration der Rechte des Kindes
Israel Erziehung benachteiligter Kinder und Jugendlicher in
Internaten und Heimen
Residential education for disadvantaged youth
ô
1972 Warschau
Deutschland Polen
1973 Paris
1974 Banjaluka
1975 Amsterdam 1976 Aberdeen
1977 Wien 1978 Graz 1979 Dublin
1981 Hadassah Neurim
1982 Köszeg
Ungarn Zukunft der FICE - Aufgaben und Ziele der 80iger Jahre
1984 Luminy/ Marseille Frankreich Erziehungsgemeinschaften und
Alltagskultur
Zugang zu Kultur, Sport und Freizeitgestaltung für Jugendliche
in Schwierigkeiten - Rolle der Erziehungsgemeinschaften Communautés
et culture
Accès à la culture, aux sports et aux loisirs
des jeunes en difficulté - Rôle des communautés
éducatives
1985 Luxembourg Aktuelle Probleme Jugendlicher in der Heimerziehung
in Europa
Problèmes des jeunes dans les institutions de placement
en Europe
Current problems of young people in institutions in Europe
1986 Malmö Schweden Ausserfamiliäre Erziehung in-
und ausserhalb von Einrichtungen der Heimerziehung Education
en communauté ou éducation communautaire
Community care inside and outside residential settings
w
1988 St. Gallen/Trogen Schweiz Privat geboren für Öffentliches
Leben? ro
L'enfant: être individuel né pour la société?
Born in privacy to live in society?
83 Annexe/Anhang/Addendum 4
CONFERENCE DE LA CREATION DE LA FICE A TROGEN DU
5 AU 11 JUILLET 1948: LISTE DES PARTICIPANTS GRONDUNGSKONFERENZ
IN TROGEN, 5.-11. JULI 1948: TEILNEHMERLISTE
MEMBERSHIP LIST OF THE FOUNDING MEETING IN TROGEN, JULY 5-11,
1948
Experts
Mlle Gwendolen Chesters (Royaume-Uni), Children's Branch, British
Home Office, Londres.
Le professeur E. Codignola (Italie), président de la
"Scuola Città Pestalozzi", Florence, membre
de la commission nationale italienne de l'UNESCO.
M.H.Z. Hoxter (Royaume-Uni), ancien secrétaire général
de la "Nursery School Association of Great Britain",
Londres.
Le Dr R. Hrabar (Pologne), du Ministère du travail et
de l'assistance sociale à Varsovie.
Le Dr Marie Meierhofer (Suisse), chef des travaux médicaux
et psychologiques du village Pestalozzi à Trogen.
Le Dr R. Préaut (France), directeur du hameau-école
de l'Ile-de-France de Longueil-Annel, ancien secrétaire
général du Conseil technique de l'enfance déficiente
et en danger moral.
Le professeur A. Rey (Suisse), de l'Institut des sciences de
l'éducation de l'Université de Genève.
Padre A. Rivolta (Italie), fondateur du "Village del Fanciullo"
de Civita Vecchia.
M.G. Ryser (Suisse), directeur du Cours international de moniteurs
de Genève.
Le Dr Peggy Volkov (Royaume-Uni), de la "New Education
Fellowship", ré
dacteur de "The New Era in Home and School".
Le Dr Carleton Washburne (Etats-Unis), United States Information
Service, président international de la "New Education
Fellowship".
Représentants des communautés d'enfants
Le Dr Zsigmond Adam (Hongrie), directeur de la "ville d'enfants"
de
Hajduhadhas.
M.A. Bill (Suisse), directeur pour l'éducation du village
Pestalozzi, Tropen.
M.C. Bourguet (France), co-directeur du "Rayon de soleil"
de Pomeyrol. . Le Dr E. Mendès da Costa (Pays-Bas), secrétaire
honoraire du Conseil d'ad
ministration, Fondation pour 500 enfants israélites à
Apeldoorn.
M.R. de Cooman (Belgique), président du Conseil d'administration
de la Cité de l'enfance, Charleroi.
Le Dr A. Dailemans (Belgique), directeur médical du Foyer
des orphelins, Cité joyeuse, Molenbeek.
M. de Gronckel (Belgique), secrétaire général
du Foyer des orphelins, Cité joyeuse, Molenbeek.
M.G.C. Jachia (Italie), "Città dei ragazzi",
Turin.
M.H. Julien (France), directeur de la république d'enfants
de Moulin-Vieux, par Levaldens, Isère.
84
Le Dr Annamaria Princigalli (Italie), directrice du Collège
de renaissance pour les orphelins de la guerre, Novara..
Mlle Barbara Stratiesky (Italie), directrice adjointe du "Giardino
di infanzia i talo-svi z zero", Rimini.
Mlle M. Zoebeli (Italie), directrice adjointe du "Giardino
di infanzia italosvizzero", Rimini.
M.R. Vidonne (France), instituteur, le "Home de Pringy",
Haute-Savoie.
M.F. Wezel (Suisse), directeur administratif adjoint, village
Pestalozzi, Trogen Autres participants
M.W. Lauper (Suisse), président du Comité exécutif,
Association du village Pestalozzi.
Mme Helliesen Lund (Norvège), membre du Conseil d'administration,
"Save the Children Fund", Oslo.
Le Dr Elizabeth Rotten (Suisse), chef de l'Office d'échange
culturels du Don suisse, Berne.
Observateurs
Le Dr Morton et Mme Frieda Bredsdorff (Danemark), de "Red
Barnet".
Le Dr C. Busnelli (Italie), médecin psychologue, "Village
del Fanciullo", Civita Veccia.
Le Dr O. Forel (Suisse), président des Semaines d'études
pour l'enfance victime de la guerre, Riehen, près Bâle.
Mlle Rachel Gampert (Suisse), du Bureau international d'éducation
à Genève. M. le ministre de l'éducation
de Malte, le Dr G.G. Ganado.
M. Grandjean (Suisse), du Département politique fédéral,
Berne. M.P.J. Naudi (Malte), secrétaire du ministre de
l'éducation.
Mme René Remande (France), Fédération des
Rayons de soleil, Saint- Etiennedu-G rès.
Le Dr Gertrud Renggli-Geiger (Suisse), de "Pro Juventute",
Zurich.
Le Dr L. Verhoestraete (Belgique), du Fonds international de
secours à l'enfance, Paris.
Mme Marie Small de Morsier (Suisse), Union- internationale de
protection de l'enfance.
Membres du Secrétariat de l'UNESCO
M. Bernard Drzewieski (Pologne), chef du Département
de la reconstruction.
Le Dr Thérèse Brosse (France), chargée
du programme de l'enfance victime de la guerre pour 1948, Département
de l'éducation.
Le professeur Chuang (Chine), spécialiste du programme,
Département de la reconstruction.
M. Robert Stanforth (Etats-Unis), consultant du Département
de la reconstruction, Bureau de New York.
Mlle Glenys Jones (Royaume-Uni), spécialiste adjointe
du programme, Département de la reconstruction.
FICE
Seule organisation internationale défendant les aspects
positifs de l'éducation extra-familiale. Organisation
internationale non-gouvernementale (ONG) avec statut consultatif
auprès de l'UNESCO.
La FILE s'engage à défendre les droits de l'enfant,
sans considération de nationalité, de race ou
de religion. Elle s'intéresse avant tout aux enfants
et adolescents qui doivent grandir dans des conditions menaçant
leur développement physique, psychique et social.
La FILE s'efforce de promouvoir toutes les formes d'éducation
extra-familiale et en particulier celle dans les communautés
éducatives, par
• des journées d'études et des congrès
internationaux
• des publications sur des thèmes d'actualité
• des échanges d'éducateurs et de spécialistes
• des conseils aux instances publiques
• des contributions aux travaux de recherche
• des échanges de réflexions et des relations
internationales
• des colonies de vacances internationales
La FILE est neutre de toute tendance politique et religieuse
et rejette toute discrimination raciale. Ses membres adhèrent
aux objectifs de l'ONU et de l'UNESCO.
La FICE regroupe des sections nationales. Les instances de
la FICE sont:
• l'Assemblée générale (AG): elle
se rencontre tous les deux
ans pour fixer les lignes directrices de l'activité de
la FILE
• le Conseil fédéral (CF): il rassemble
les délégués de toutes les sections nationales
et se réunit deux fois par an
• le Comité exécutif (CE): il se retrouve
quatre fois par an et se compose d'au moins du Président,
du Secrétaire général et du Trésorier.
Les sections nationales de la FICE sont diverses dans leur
structure. En général elles regroupent des institutions
(établissements pour handicapés, foyers d'accueil,
centres de formation professionnelle et de mise au travail,
ateliers protégés et centres d'aide par le travail,
instituts de formation de pédagogues et d'éducateurs,
etc.) ainsi que des membres individuels (directeurs et collaborateurs
d'établissements spécialisés, membres des
professions sanitaires et socioéducatives, scientifiques,
représentants des services publics et des administrations,
des sympathisants et bienfaiteurs).
FICE
Einzige internationale Organisation für alle Anliegen der
ausserfamiliären Erziehung. Nichtstaatliche Organisation
(ONG) mit beratendem Status bei der UNESCO.
Die FICE setzt sich ein für die Rechte des Kindes, gleichgültig
welcher Nation, Rasse oder Religion es angehört. Ihr Interesse
gilt vor allem jenen Kindern, die unter Bedingungen aufwachsen,
welche ihre physische, psychische und soziale Entwicklung gefährden.
Die FICE bemüht sich um die Weiterentwicklung aller Formen
der ausserfamiliären Erziehung, insbesondere der Heimerziehung
durch:
• internationale Studientagungen und Kongresse
• Publikationen zu aktuellen Themen der ausserfamiliären
Erziehung
• Austausch von Mitarbeitern
• Beratung öffentlicher Instanzen
• Anregung von Forschungsarbeiten
• Förderung des Gedankenaustausches und der kollegialen
Beziehungen über die Grenzen hinweg
• Vermittlung von Ferienaufenthalten für Kindergruppen
Die FILE ist politisch und religiös neutral und lehnt
jede rassische Diskriminierung ab. Die Mitglieder stimmen mit
den Zielen der UNO und der UNESCO überein.
Die FICE besteht aus Nationalsektionen. Die Organe der FICE
sind:
• die Generalversammlung (GV): sie tagt alle zwei Jahre
und legt die Grundlinien der FICE-Tätigkeit fest
• der Verbandsrat (CF): er umfasst je zwei Delegierte
aller Nationalsektionen; er tritt zweimal im Jahr zusammen
• der geschäftsführende Ausschuss (CE): er trifft
sich viermal im Jahr und besteht mindestens aus dem Präsidenten,
dem Generalsekretär und dem Schatzmeister.
Die FICE-Nationalsektionen sind
unterschiedlich organisiert.
In der Regel gehören ihnen Institutionen an wie Heime und
andere Einrichtungen der ausserfamiliären Erziehung, Schulen
und Werkstätten für Behinderte, Ausbildungsstätten
für Sozialund Sonderpädagogen usw. Die FICE-Nationalsektionen
nehmen auch Einzelmitglieder auf wie Leiter und Mitarbeiter
von Einrichtungen, Wissenschaftler, Vertreter von Amtsstellen
und Ministerien im Sozial-, Erziehungs- und Gesundheitswesen
sowie Freunde und Gönner.
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