Protokoll der Sitzung des Verbandsrates (CF)
am 28.-29. April 2003 in Moskau

Ewan Anderson - England / Wales
David Lane - England / Wales
Martti Kemppainen - Finnland
Sari Laaksonen - Finnland
Theo Binnendijk - Niederlande
Janny Holwerda - Niederlande
Famke Schiff - Niederlande
Anton Tobé - Niederlande
Christine Karner - Österreich
Helga Stefanov - Österreich
Simona Farces - Rumänien
Gerd Schemenau - Rumänien
Emilia Chervinskaya - Russland
Albert Likhanov - Russland
Andrew Hosie - Schottland
Roland Stübi - Schweiz
Carol Kelly - USA


1. Eröffnung und Mitteilungen
Theo Binnendijk heißt die TeilnehmerInnen willkommen. Besonders begrüßt er Albert Likhanov, Ewan Anderson und Janny Holwerda. Die Vertreter einiger Länder fehlen aus gesundheitlichen Gründen (Rolf Widmer/Schweiz, Robert Soisson/Luxemburg, Nicole Janze/Deutschland).

2. Protokoll der Sitzung des
- Exekutivkomitees am 16. September 2002 in Berlin
Keine Kommentare
- Verbandsrates (CF) am 17. September 2002 in Berlin
? Punkt 8: seitens der Vereinten Nationen gab es keine Reaktion auf die Resolution. Das weitere Vorgehen wird diskutiert. Siehe 6: “Projekte”.
Keine Kommentare
- Exekutivkomitees vom 31. Jänner bis 1 Februar 2003 in Paris
? Punkt 1: Theo Binnendijk und Anton Tobé haben an der Abschiedsveranstaltung für Wolfgang Trede teilgenommen. Wolfgang hat eine neue Stelle als Leiter eines Jugendamtes angetreten. Sein Nachfolger ist Josef Koch.
? Punkt 3: ‘Litauen’ wird auf ‘Lettland’ ausgebessert.
? Punkt 5: Der Mitgliedsbeitrag für Israel (IRECA) wurde bezahlt. Österreich hat für 2002 bezahlt.

3. Mitgliedschaft
- Vorschlag betreffend das Aufnahmeverfahren für neue Mitglieder
Das Exekutivkomitee (CE) hat die Wiedereinführung von Kriterien für die Aufnahme in die FICE diskutiert und Rolf Widmer hat ein entsprechendes Verfahren ausgearbeitet. Ein Fragebogen wurde an alle Mitglieder versandt. Sie wurden gebeten, ihn bis Ende Mai ausgefüllt zurückzusenden. Die Informationen werden gesammelt und dem CF im September 2003 präsentiert. Die Punkte I/6 und IX/6 des Fragebogens werden gestrichen, da unklar ist, was damit gemeint ist.

- Mitgliedsbeitrag für alle Mitglieder
In Ländern ohne Nationalsektion könnte man der FICE als Einzelperson oder als Organisation beitreten, um mit der FICE durch diese besondere Form der Mitgliedschaft in Kontakt zu bleiben. Auf diese Art und Weise würde die FICE die Zahl ihrer Mitglieder erhöhen und die Grundlage zur Einrichtung neuer Nationalsektionen schaffen. Obwohl Einzelmitglieder nicht verpflichtet sind, eine Nationalsektion zu gründen, hofft die FICE, dass dies doch geschehen wird. Das bedeutet, dass angehende Nationalsektionen in diesem Fall ihre Mitgliedsbeiträge als korrespondierende, assoziierte, oder Einzelmitglieder regelmäßig entrichten müssen. Der Beitrag für Einzelmitglieder sollte die Administrationskosten decken. Die Mitglieder des CF stimmen dem Vorschlag zu: der Mitgliedsbeitrag für Einzelmitglieder beträgt 40 Schweizer Franken, für Organisationen 200 Schweizer Franken.

- Terminologie: Vollmitglieder und Nationalsektionen
Die Bezeichnungen “Vollmitglied” oder “Nationalsektion” sind sprachliche Varianten. Das CE stimmt der Verwendung beider Ausdrücke zu.

- Tansanien, Irland, Lettland
? Tansanien möchte der FICE beitreten. Man könnte mit einer Einzelmitgliedschaft beginnen.
? Irland möchte eine Nationalsektion gründen. Man hat den Interessenten den Fragebogen zugesandt.
? Lettland: da es sich hierbei um eine staatliche Organisation handelt, ist eine Mitgliedschaft nicht möglich. Martti Kemppainen hat Lettland geraten, eine Reihe von Organisationen zu kontaktieren. Er bleibt in Kontakt.

Der CE zeigt sich über die geringe Anzahl an Teilnehmer bei diesem CF besorgt. Nur wenige Mitglieder haben ihre Abwesenheit begründet. Einige Informationen über nicht vertretene Sektionen liegen vor :
- Estland hat eine Konferenz zu einem Projekt betreffend Väter veranstaltet.
- Ungarn hat mit gutem Erfolg eine Weihnachtskartenaktion durchgeführt.
- Die FICE Bulgarien und Südosteuropa führen eindrucksvolle Aktivitäten durch.
- Carol Kelly berichtet, dass Jim Anglin damit beschäftigt ist, die FICE Kanada wieder zu aktivieren. Die USA, vertreten durch Carol Kelly, bemühen sich, um finanzielle Unterstützung für Organisationen, die nicht genug Geld für die Zahlung der Mitgliedsbeiträge haben.
- Dänemark und Finnland haben an einer Konferenz der Nordischen Staaten teilgenommen. Beim nächsten Treffen (im August 2003) werden auch Norwegen, Schweden und Island teilnehmen. Sari Laaksonen wird dort über die FICE sprechen.

Weitere Schritte: Die Länder, die in Moskau nicht vertreten sind, werden von FICE Mitgliedern kontaktiert, um sie über den Fragebogen und die Sitzung zu informieren.
Martti Kemppainen ? Baltische Länder, Slowakei
Theo Binnendijk ? Frankreich
Anton Tobé ? Slowenien, Polen, Ungarn, Tschechische Republik
David Lane ? Dänemark

4. Finanzierungsquellen
Rolf Widmer kann nicht teilnehmen und hat Roland Stübi ersucht, den CF über die finanzielle Lage zu informieren.
Obwohl die FICE Deutschland und die FICE Holland bereit sind, einen Teil des Freundschaftscamps zu finanzieren, ist die Finanzierung noch nicht gesichert.
Die Veranstalter des nächsten Freundschaftscamps und der ExpertInnentagung im August in Serbien sind optimistisch.
Im Anschluss an die Evaluierung der bisherigen Freundschaftscamps wurde folgendes geändert:
- das Hauptthema sowohl für das Freundschaftscamp als auch für die ExpertInnentagung ist gesellschaftliche und berufliche Integration.
- ein Finanzierungsansuchen wurde an die Europäische Union gestellt und in Sarajewo wurde ein Antrag eingereicht.
Anton Tobé hat sich bei einer Stelle, die professionelle Finanzierungsansuchen stellt, erkundigt, welche Möglichkeiten es gibt, um von der Europäischen Union Geld zu bekommen.
Roland Stübi und Anton Tobé besprechen, welcher Mindestbetrag für die Veranstaltung des Camps erforderlich ist.

Die professionelle Suche nach neuen Finanzierungsquellen wird als Möglichkeit zur Beschaffung struktureller Mittel gesehen. Der Fragebogen zur FICE Mitgliedschaft stellt ein wichtiges Instrument zur Erlangung solcher Mittel dar.
Weitere Schritte: Theo Binnendijk erkundigt sich bei Rolf Widmer nach den Kosten für professionelle Unterstützung bei der Erschließung neuer Finanzierungsquellen.

5. Finanzen
- Entscheidung über die Mitgliedschaft Italiens
Gemäß den Statuten werden Nationalsektionen, die zwei Jahre lang keinen Mitgliedsbeitrag bezahlen, ausgeschlossen. Es besteht keinerlei Kontakt zu Italien. Der Mitgliedsbeitrag wurde seit mehreren Jahren nicht bezahlt. Der Verbandsrat (CF) beschließt den Ausschluss der Nationalsektion Italien. Einzelpersonen oder Organisationen können der FICE beitreten wodurch eine Verbindung aufrecht bliebe.
Weitere Schritte: Italien wird über den Ausschluss informiert. Einzelmitgliedschaft wird angeboten.

- Einmalige Zahlung an Deutschland zur Verringerung des Defizits beim Kongress in Berlin
Die Veranstalter des Kongresses in Berlin hatten mit mehr Teilnehmern gerechnet. Aufgrund der geringeren Teilnehmeranzahl kam es zu einem Defizit. Die FICE Deutschland ersucht daher die FICE International um einen finanziellen Beitrag. Obwohl bei einem Kongress das Gastland das finanzielle Risiko trägt, ist die FICE bereit, in diesem Fall eine Ausnahme zu machen. Deutschland erhält 10.000 Schweizer Franken um das Defizit zu mildern.
Weitere Schritte: Die FICE Deutschland erhält ein diesbezügliches Schreiben.

Im CE war über die Unterstützung finanzschwacher Länder durch die FICE gesprochen worden. Anton Tobé schlägt die Gründung einer von der FICE getrennten Stiftung zur Unterstützung finanzschwacher Länder vor, welche auch Projekte umsetzen oder fördern könnte. Die betreffenden Länder könnten sich an den Vorstand um Unterstützung wenden. Anton schlägt vor, dass ein Vorstand, bestehend aus Mitgliedern des CF, die Regeln für das Verfahren ausarbeiten soll. Unterstützung kann sowohl an Einzelpersonen all auch an Nationalsektionen vergeben werden:
? Die Stiftung soll die Arbeit der FICE unterstützen und stellt keine Konkurrenz zur Tätigkeit der FICE dar.
? Die Erfahrungen in Südosteuropa und Bulgarien haben gezeigt, dass es nicht genügt, Geld zu geben, sondern dass auch begleitende Unterstützung über zwei oder drei Jahre notwendig ist. Persönliches Engagement ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg.
Es stellt sich die Frage, warum diese Stiftung Geld zur Verfügung stellen kann, wenn dies bisher für die FICE nicht möglich war. Stiftungen können nur schwer beurteilen, ob das Geld wirklich gebraucht wird.

Die Mitglieder stimmen der Gründung der Stiftung zu. Es wird aber darauf hingewiesen, dass die FICE auch danach trachten muss, Sitzungen und Konferenzen billiger zu machen, zum Beispiel dadurch, dass man sie an billigeren Orten veranstaltet oder drei Jahre hintereinander am selben Ort.
Die folgenden Mitglieder werden in den Vorstand der Stiftung gewählt: Anton Tobé, David Lane, Sari Laaksonen. Es wird vorgeschlagen, dass auch der Schatzmeister dem Vorstand angehören soll.
Die ersten Aufgaben des Vorstands sind die Ausarbeitung von Verfahrensregeln und die Bekanntmachung der Stiftung. Es wird darauf hingewiesen, dass der Vorstand Berater braucht, die mit der Lage in den Ländern, in die das Geld gehen soll, vertraut sind. Für die ersten drei Jahre ist ein Betrag von € 45 000 pro Jahr vorgesehen.

6. Projekte : die aktuelle Lage
- Educateurs sans frontières
Ewan Anderson hat ein derartiges Projekt im Nordirak mit Erfolg durchgeführt. Wichtigste Voraussetzung für den Erfolg ist es gewesen, dass die Teilnehmer an der Universität ausgebildet wurden und dann in das Krisengebiet zur Arbeit mit Kindern entsandt wurden. Zwei oder dreimal pro Jahre entsandte die Universität Leute zur Arbeit in diesem Gebiet. Die britische Regierung stand hinter diesem Projekt.
Leider war es der FICE bisher nicht möglich, dieses Projekt umzusetzen. Es wird darauf hingewiesen, dass das vielleicht daran liegen könnte, dass es für die FICE zu groß ist, und dass keine Regierung dahinter steht. Die ursprüngliche Idee war, dass die FICE Wissen und Erfahrung mit NGOs austauscht, und nicht, dass sie Projektmanagement macht.
Weitere Schritte: Ewan Anderson schreibt einen kurzen Artikel über sein Projekt und seine Erfahrungen damit, sodass es die FICE mit Educateurs sans frontières vergleichen kann. Bevor eine Entscheidung über das Projekt getroffen wird, kontaktiert die FICE Jean Pierre Trinquier.

Resolution zur Lage im Irak
Man kommt überein, dass die FICE die Ereignisse im Irak nicht ignorieren sollte. Es wird darüber diskutiert, was die FICE an konkreter Hilfe anbieten kann.
Weitere Schritte: Die FICE schreibt im Anschluss an den seinerzeitigen ersten Brief einen weiteren Brief an die Vereinten Nationen. Es wird kein politischer Brief sein, sondern einer, der die Besorgnis über die Lage der Kinder zum Ausdruck bringt, und eine Reaktion verlangt. Der Brief wird auch an die UNICEF geschickt, um auf die Situation aufmerksam zu machen (David Lane/Theo Binnendijk).

- PEP
Der Internationale Koordinator dieses Projekts war Wolfgang Trede, der allerdings nicht mehr für die FICE tätig ist. In Berlin haben zwei Treffen der PEP-Koordinatoren stattgefunden. Sari Laaksonen hat die Erstellung einer Adressliste mit E-Mail Adressen angeregt, aber außer Wolfgang Trede und Kathleen Lane hat bisher niemand geantwortet. Obwohl die Niederlande aktiv mitarbeiten, hat auch der niederländische Koordinator nicht geantwortet. Es scheint sich sich um ein Koordinationsproblem zu handeln, insbesondere da ein Internationaler Koordinator fehlt. Es ist die Aufgabe des Internationalen Koordinators, Informationen auszusenden, im Falle fehlender Koordinatoren einzuspringen, und Länder zu besuchen, um Kontakte zu knüpfen.
Sari Laaksonen wird ersucht, diese Aufgabe zu übernehmen. Sie stimmt nur unter zwei Bedingungen zu :
? Sie delegiert die Reisetätigkeit an Martti Kemppainen
? Sie übernimmt diese Funktion vorläufig nur auf ein Jahr.

- Freundschaftscamp
Roland Stübi informiert über das Projekt. Das Freundschaftscamp hat als isoliertes Projekt begonnen. Dank der Unterstützung durch Anton Tobé ist es nun ein wohl etabliert und verfügt über ein großes Netzwerk.
Thema des nächsten Freundschaftscamps und der angeschlossenen ExpertInnentagung ist gesellschaftliche und berufliche Integration. Ihr soll im Bildungswesen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Das Problem ist die für die Umsetzung inadäquate Infrastruktur. .

- Partnerschaften mit anderen internationalen Organisationen
Theo Binnendijk ist mit dem Präsidenten der IFCO zusammengetroffen. Im August dieses Jahres findet der IFCO-Kongress in Argentinien statt. Nach diesem Kongress wird der Präsident der IFCO zurücktreten. Die IFCO sieht sich mit denselben Problemen konfrontiert wie die FICE und möchte mit der FICE im Bereich “Pflegeeltern” zusammenarbeiten. Anlässlich der Eröffnung des neuen IFCO Büros im September 2003 wird es zu einem Treffen bezüglich einer Zusammenarbeit bei Projekten kommen.
Am 27. Mai findet in Kopenhagen eine Konferenz von IFSW / AIEJI / FICE / ENSW(?) statt. Die IFCO wird leider nicht teilnehmen können. Für die FICE werden Theo Binnendijk und David Lane teilnehmen. Wenn möglich, werden auch Mitglieder des ehemaligen EFCW zu dieser Konferenz eingeladen.
Weitere Schritte: Sari sendet Informationen über das EFCW an David Lane.

- Baltische Länder
Martti Kemppainens Bericht über seine Tätigkeit ist an alle Mitglieder versandt worden.
Er plant eine Reise nach Lettland. Dort würde er versuchen, gemeinsam mit Emilia Chervinskaya und Albert Likhanov, die beide dort gute Kontakte haben, neue Mitglieder zu finden.

- Stärkung der Kontakte zu Osteuropa
Anton informiert die Mitglieder über seinen Besuch in Waisenhäusern in Serbien. Dort waren in einem Haus 300 Babys untergebracht. Außer der physischen Versorgung der Kinder gab es keinerlei Programme zur Förderung ihrer Entwicklung. Mit drei Jahren kommen diese Kinder in ein Kinderheim und bleiben dort bis sie achtzehn sind. Pflegefamilien würden dringend gebraucht. Anton traf mit Vertretern des Ministeriums zusammen. Er sprach über den Beginn eines Pflegefamilienprogramms gemeinsam mit IFCO im September 2003. In Serbien tritt in zwei Monaten ein neues Jugendwohlfahrtsgesetz in Kraft.

In Serbien wurden Programme geschaffen, die für Jugendliche, die Kinderheime verlassen müssen, Arbeitsplätze schaffen sollen. In Novisad wurde ein Friseurgeschäft eröffnet, das vier Mädchen Arbeit bot. Nach einem halben Jahr wurden sie durch vier neue Mädchen ersetzt und die erste Gruppe eröffnete selbst ein Geschäft. Bei der Eröffnung des Friseurgeschäfts waren Mitglieder des Vorstands von FICE Südosteuropa dabei, ebenso wie das Fernsehen von Novisad. Dort wurde nun auch eine Bäckerei eröffnet.

Anton Tobé zeigt sich über die Lage in Bosnien besorgt. Viele Menschen leben in Gebieten, in denen sie sich nicht zugehörig fühlen. Sie wollen zurück nach Serbien; aber das ist nicht für alle möglich. Vielen Kinder haben zerstörte Häuser geerbt. Anton Tobé berichtet über Kontakte zum Baugewerbe, um die Kinder beim Wiederaufbau dieser Häuser zu unterstützen..

Bei seinen Kontakten mit den Ländern in Südosteuropa versucht Anton:
? Die Jugendhilfe zu stärken
? Bilaterale Kontakte zu den Niederlanden zu stärken
? Das Babyproblem durch Pflegefamilienprogramme zu lösen
? Zukunftschancen für die 18-jährigen durch eine Kombination von Betreuung und Beruf zu schaffen
Wichtig ist es, dass die Menschen in diesen Ländern durch Hilfe zur Selbsthilfe selbständig werden und dass die Wirtschaft angekurbelt wird.

Anton Tobé hat alle Mitglieder des Vortands der FICE Südosteuropa besucht. Dabei wurde auch über den Kongress 2006 in Sarajewo gesprochen. Ein Vorbereitungskomitee wurde gegründet.

Bulgarien: Die FICE Bulgarien hat neue Büroräume in einer großen Wohnung in Sofia bezogen. Neben dem Büro gibt es ein Wohnzimmer und drei Schlafzimmer, die FICE Mitglieder bei Besuchen mieten können.

In Belgrad wurde ein Projekt initiiert, in dessen Rahmen ein Internetcafe als Ausbildungsstätte für Jugendliche eröffnet werden soll.

Man drückte Anton Tobé Dank und Anerkennung für seine Arbeit aus.

Gerd Schemenau informierte den CF über ein CARE Programm in Zusammenarbeit mit Österreich, Bulgarien und der FICE-Europa. Ein Konsortium arbeitet in Bulgarien unter Anleitung von FICE Experten. Zweck dieser Aktion ist es, zu verhindern, dass behinderte Kinder in Heimen landen, in denen es für sie keine entsprechende Behandlung und Förderung gibt. In Bulgarien wird nach der Geburt eines behinderten Kindes von einem Komitee bestimmt, wo das Kind untergebracht wird. Niemand ist für die Förderung dieser Kinder verantwortlich. Gerd berichtet, dass von den Institutionen für behinderte Kinder ungefähr ein Drittel ausbaufähig sind, ein Drittel ist akzeptabel, und ein Drittel sollte auf Grund seines Zustands geschlossen werden.
Was die Ausbildung anbelangt, gibt es entsprechende Ausbildungsstätten. Das Problem ist, dass die einzelnen Disziplinen streng voneinander getrennt agieren. Zur Verbesserung der Situation wäre eine Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen (Therapeuten, Pädagogen, etc...) notwendig. Das Programm endet am 15. November 2003. Man hofft, dass dadurch ein Gleichgewicht zwischen ambulanten und stationären Einrichtungen geschaffen werden kann, und dass auch die Gesetzgebung beeinflusst werden kann. Man stellt sich vor, dass bulgarische Experten entsprechende Anregungen von internationalen Experten bekommen. In Bulgarien trägt man sich derzeit mit dem Gedanken, die Heime zu schließen und nur noch mit Pflegeeltern zu arbeiten. Aber gerade im Falle von behinderten Kindern ist eine sorgfältige Prüfung der Bedürfnisse notwendig. Es reicht nicht, wenn nur Geld gegeben wird.

Es gibt auch ein paralleles Programm der Weltbank. Zusammenarbeit zwischen diesem Programm und dem CARE Bulgarien/Österreich Programm erscheint sinnvoll.

- Nordamerika, Kanada und Australien
David Lane nimmt demnächst Kontakt mit Australien auf.

- Afrika
Rolf Widmer und Daniel Vidaud haben an einem Seminar für westafrikanische Länder teilgenommen und dort erste Kontakte für die FICE hergestellt. Thema des Seminars waren Flüchtlinge und ihre Rechte. Ende dieses Jahres wird ein zweites Seminar stattfinden; Ziel ist es, bei dieser Gelegenheit eine Plattform in Afrika zu gründen. Es erscheint sinnvoll, vorläufig mit Ausbildungseinrichtungen zusammenzuarbeiten. Rolf Widmer wird über seine diesbezügliche Tätigkeit beim CF im September 2003 berichten.

- Positionspapiere (“Policies”)
David Lane berichtet, dass er keine Positionspapiere erhalten hat. Es gibt viele Organisationen, die Positionspapiere und Grundsatzdokumente haben, die die FICE übernehmen könnte und die auf der Website der FICE-Inter veröffentlicht werden könnten, um darzustellen, wofür die FICE steht. Dazu müssen aber solche Dokumente vorliegen.

Ausbildung
David Lane fragt, welche Rolle die FICE im Zusammenhang mit Ausbildungsfragen spielen könnte. Er bietet an, für den nächsten CF ein entsprechendes Modell auszuarbeiten und zur Diskussion vorzulegen.
Weitere Schritte: David kontaktiert Soren Hegstrup, Emmanuel Grupper, Andrew Hosie, Emilia Chervinskaya und Ewan Anderson und fragt, ob sie an diesem Projekt Interesse haben.

- Experten für außerfamiliäre Erziehung
Es liegen keine Informationen von Rolf Widmer vor.

- Kinderrechte in Kinderheimen
Andrew Hosie hat Robert Soisson per E-Mail kontaktiert. Er hat keine Antwort erhalten.
Weitere Schritte: Andrew Hosie informiert Famke Schiff.

- Zusammenstellung erfolgreicher Projekte
Hierbei handelt es sich sowohl um abgeschlossene als auch um laufende Projekte. Die Ergebnisse des schottischen Seminars zum Thema sichere Unterbringung werden in die FICE-Sprachen übersetzt.

Normen und Standards
David Lane berichtet, dass James Anglin bereits Material gesammelt hat, aber noch kein Dokument zur Diskussion vorgelegt hat..

7. Berichte der Vizepräsidenten
Die Berichte wurden an alle Mitglieder versandt.

8. PR / Informationen über die FICE International
Für den Nachdruck der Broschüre der FICE International liegt der Kostenvoranschlag einer Druckerei vor. Die Broschüre enthält allgemeine Angaben über die FICE International. Auf der Website findet man weiterreichende Informationen.
Weitere Schritte: Die Mitglieder werden per E-Mail befragt, wie viele Exemplare der Broschüre sie brauchen. Die Antwort soll innerhalb von zwei Wochen vorliegen.

9. Website FICE International
David Lane erklärt, dass Berichte über den Kongress im September 2002 in Berlin, die Geschichte der FICE bis in die 80er Jahre, Artikel von Franz Züsli und Thomas Mächler, weitere Photos, ein Bericht über die Arbeit von Anton Tobé, und das Glossar (alte Version) auf die Website gestellt wurden. Die Texte liegen nun, dank der Mithilfe Christine Karners, in den drei FICE Sprachen vor.

Das Archiv ist in Amsterdam eingetroffen. David Lane beabsichtigt, das Archiv zu sichten, um festzustellen, ob es weitere relevante Informationen für die Website enthält..
Bisher wurde die Website als historisches Archiv genutzt aber nicht als Ort zur Diskussion aktueller Fragen.
Was das Glossar anbelangt, sind nicht alle mit der alten Version auf der Website zufrieden. Das Glossar ist sehr einfach gehalten. Die einzelnen Wörter sind nicht näher definiert und könnten in den anderen Sprachen oder sogar in derselben Sprache völlig andere Bedeutungen haben. Eine Überarbeitung und Aktualisierung wäre wichtig, damit die Mitglieder es nutzen können.
Diese Aktualisierung wäre ein immenser Arbeitsaufwand. Es wird vorgeschlagen, das Glossar in Zusammenarbeit mit der IFSW, wo man bereits an einem ähnlichen Glossar arbeitet, zu aktualisieren.

Weitere Schritte:
? David Lane schreibt an alle Mitglieder und erinnert sie daran, Beiträge für die Website zu schicken.
? De Vorschlag betreffend das Glossar wird bei der Konferenz in Kopenhagen zur Sprache gebracht.

9. UNESCO / ECOSOC / Europarat
Daniel Vidaud ist die Kontaktperson für UNESCO / ECOSOC / Europarat. Die FICE steht auf der Versandliste der UNESCO.

10. Treffen AIEJI / IFSW / FICE in Dänemark
Siehe “Projekte”: Partnerschaften mit anderen Organisationen

11. Kongress 2004 in Glasgow

Im April 2002 wurde Schottland assoziiertes Mitglied der FICE. Im September 2003 beginnt die Vollmitgliedschaft. Sie ist für die Unterzeichnung der Verträge im Zusammenhang mit dem Kongress formal erforderlich. Vorläufig übernimmt die SIRCC die Verantwortung für die Unterzeichnung von Verträgen. Im Falle finanzieller Probleme würde sie für £10.000 haften.

In Großbritannien sind die Lebenshaltungskosten sehr hoch und deshalb hat Andrew Hosie Möglichkeiten zur Reduzierung der Kosten gesucht:
- Die Nationalsektionen können sich an das British Council um Unterstützung wenden. Finanziell schwache Länder sollten einen Brief an das British Council schicken und um finanzielle Unterstützung ersuchen.
- Viele Städte haben so genannte “Partnerstädte” oder “Schwesterstädte” im Ausland. Andrew wird an jede Stadt schreiben und sie ersuchen, einem Mitglied aus ihrer Partnerstadt durch entsprechende Unterstützung die Teilnahme am Kongress in Glasgow zu ermöglichen.
- Einige Airlines (Easy Jet und Ryan Air) bieten bei entsprechend früher Buchung sehr billige Tickets an.

Der Kongress findet vom 6. – 10. September 2004 statt.
E gibt verschiedene Unterkunftsmöglichkeiten: Jugendherbergen, 5 Stern Hotels, Mittelklassehotels..
Die FICE Schottland rechnet mit 500 TeilnehmerInnen (Maximum 600). Der Kongress findet auf dem Hauptgelände der Universität statt. Die räumliche Kapazität sollte ausreichend sein. Für die Plenarsitzungen stehen zwei Dolmetscher zur Verfügung, für die Parallelveranstaltungen je einer. Es sind 48 Workshops vorgesehen.
Die Vorbreitungen werden von ‘Meeting Makers’, einem Konferenzorganisator, unterstützt. Das ist eine zur Universität gehörende Organisation, die sich mit der Veranstaltung von Konferenzen befasst. Prinzessin Anne wurde eingeladen, den Kongress zu eröffnen.
James Anglin wurde als Eröffnungsredner angefragt.
Zentrales Kongressthema ist die Schaffung eines Ortes für Kinder. Es bezieht sich auf Kinder im weitesten Sinn des Wortes.
Am zweiten Tag findet eine Diskussion zum Thema “Kinder und Menschenrechte” statt. Cherie Blair wird dazu eingeladen.. Mary Robinson wird eingeladen, die Schlussansprache zu halten.

Vom FICE Kongress getrennt findet gleichzeitig in 50 km Entfernung ein Kongress für junge Menschen statt. Dieser Kongress wird für 100 Jugendliche aus verschiedenen Ländern mit Unterstützung durch Erwachsene veranstaltet. Die Nationalsektionen wählen die Jugendlichen aus. Andrew Hosie hofft, Sponsoren zu finden, um für die Kongressteilnahme keinen Beitrag verlangen zu müssen. Man hat Jugendliche gefragt, wer den Kongress eröffnen soll. Sie haben sich für David Beckham entschieden. Andrew Hosie freut sich über Anregungen und Vorschläge betreffend den Kongress.

Theo Binnendijk zeigt sich von den Vorbereitungen beeindruckt.

Planung
- CF Oktober: Dänemark
Die Sitzung findet von 30. September bis 4. Oktober 2003 statt.

- CF April 2004: FICE Bulgarien hat angeboten, den CF zu veranstalten
Man kommt überein, dass die FICE Bulgarien die Sitzung in der ersten Woche im Mai 2004 veranstalten soll. Sie soll außerhalb von Sofia stattfinden. Es wird auch vorgeschlagen, dass die CF Sitzung aus Kostengründen an einem Wochenende stattfinden soll.

12. FICE Europa
Gerd Schemenau informiert die Mitglieder über die FICE Europa.
- Die letzte Sitzung der FICE hat im Jänner 2003 stattgefunden.
- In der Vergangenheit hat die FICE Europa € 5.000-7.000 pro Jahr erhalten. Für das nächste Jahr erwartet man € 35.000.
- Das Netzwerk der FICE Europa weist Lücken auf und muss verbessert werden..
- Die FICE Europa hat an alle ihre Mitglieder E-Mails versandt, aber keine Antworten erhalten.
- Das Projekt Österreich / Bulgarien: Bulgarien sollte für die Arbeit / die Unterstützung durch die FICE Europa bezahlen. Wenn die FICE das Projekt verkaufen könnte oder Geld für die Projektadministration bekäme, dann hätte die FICE Geld für neue Projekte.
- Die FICE Europe und Deutschland haben – gemeinsam mit einigen anderen Ländern – ein Projekt zur Entwicklung von Qualitätsstandards begonnen. FICE Holland ist an der Zusammenarbeit mit der FICE Europa interessiert..
Weitere Schritte: Theo Binnendijk wird René Bernard telefonisch kontaktieren und zur aktuellen Lage befragen.

13. Allfälliges
? In Schottland wird eine Konferenz zum Thema “sichere Unterbringung” veranstaltet. Ausländische Referenten und zwei Politiker wurden eingeladen. Weitere Referenten aus dem Ausland wären erwünscht.
Weitere Schritte: Theo Binnendijk kontaktiert zwei niederländische Referenten (Kees Kleingeld und Jaap van der Geest).

? Wer sich für den Kongressbericht von Maastricht interessiert, kann sich an Anton Tobé wenden.
? Kosten der FICE Sitzungen: es wird vorgeschlagen, dass ein Teil der Kosten der CF Sitzungen von der FICE-Inter oder von allen Mitgliedern getragen werden sollte und nicht nur von den Mitgliedern, die an der Sitzung teilnehmen.


FICE Schweiz Bern, 21. April 2003 st

Bericht über die Aktivitäten der FICE Schweiz seit dem CF II / 02 in Berlin
Zu Handen des CF I / 03 in Moskau, 28. – 30. April

1. UNO – Kinderrechtskonvention
Die FICE Schweiz hat im November 2001 eine eigene Broschüre zur Arbeit mit den Kinderrechten in der ausserfamiliären Erziehung veröffentlicht, die bisher eine erstaunlich grosse Nachfrage erreicht hat. Der Vorstand hat sich nun entschlossen, diese Broschüre auch in französischer Sprache heraus zu geben und sie gleichzeitig etwas zu überarbeiten.
Ebenfalls im Zusammenhang mit den Kinderrechten stand das Schwerpunktthema der Generalversammlung der FICE Schweiz vom 22. November 2002: Frau Prof. Dr. phil. Annegret Wigger, Dozentin an der Fachhochschule für Technik, Wirtschaft und Soziale Arbeit in Rorschach, St. Gallen referierte zum Thema „Qualitätsmanagement in Heimen - für wen eigentlich?“ Sie stellte dabei die aktuelle Qualitätsdebatte der Sozialen Arbeit in den Kontext moderner Dienstleistungsgesellschaften. Der ökonomischen Dimension gängiger Qualitätsverfahren stellte sie die Besonderheit sozialpädagogisch definierter Qualität gegenüber und erläuterte aufgrund eines konkreten Forschungsprojektes, wie sich Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen in Heimen entwickeln und bewerten lässt.

2. Projekt „Dialog Südosteuropa“
Das Camp und die Fachkonferenz 2002 in Bijela/Kotor, Montenegro konnten mit der Auswertung und der Abrechnung abgeschlossen werden. Ein ausführlicher Schlussbericht wurde erstellt. Leider konnte der Aufwand trotz Beiträgen unter anderem von den FICE Sektionen der Niederlande und Deutschland, die wir auch an dieser Stelle herzlich verdanken, noch nicht vollständig gedeckt werden.

Trotz der auch in diesem Jahr noch nicht geklärten Finanzierung sind wir zusammen mit dem Vorstand der FICE Südosteuropa an der Vorbereitung für dieses Jahr. Es ist geplant, das Camp und die Fachkonferenz in Uzice, Serbien durchzuführen. Die Fachkonferenz soll vom 12. – 16. August 2003 stattfinden. Die Vorbereitung wird von einem Vierer - Projektteam aus Südosteuropa, das vom Vorstand SOE neu dafür gewählt wurde, dem Team für das Camp und zusammen mit den bisherigen Anne Frommann, René Anderes und mir geleistet. Das Thema der sozialen und beruflichen Integration nach dem Heimaufenthalt wird auch dieses Jahr den Schwerpunkt bilden. Neu sollen nur noch gezielt TeilnehmerInnen eingeladen werden, die direkt betroffen sind oder sich in ihrem beruflichen Alltag mit diesem Thema befassen und die Ergebnisse der Fachkonferenz mit gestalten und konkret umsetzen wollen.
Mit dieser selektiven Einladungspraxis für die Fachkonferenz wird sich die FICE Südosteuropa auch eine andere Form für ihre Generalversammlung überlegen müssen, die bisher im Rahmen der Fachtagung stattgefunden hat.

Seit dem März 03 steht eine ausführliche Programm Dokumentation zur Verfügung. Damit soll noch gezielter informiert und auch für finanzielle Unterstützung angefragt werden können.


3. Verschiedene Aktivitäten
Erneut hatten verschiedene Vorstandsmitglieder der FICE Schweiz, vor allem Rolf Widmer, berufliche und projektbezogene Kontakte zu Menschen und Organisationen in verschiedenen Ländern und Kontinenten.
Neu ergab sich auf eine Anfrage hin die Vermittlungstätigkeit von gut erhaltenem Material wie Schulraum-Wandtafeln und Spitalbetten, die im Moment an soziale Organisationen in Rumänien geliefert werden können.


Für die FICE Schweiz
Roland Stübi